Review

Mit "Land of the Dead" steht er also in den Startlöchern, das langersehnte Sequel zum überragenden "Day of the Dead".
Und es hat sich einiges getan im Hause Romero.
Doch was erwartete man?? Die Erwartungshaltung der Fans und der damit lastende Druck auf Romero, waren sicherlich imens. Zu Recht, sind die Vorgänger doch nicht irgendwelche Zombiefilmchen, sondern schlicht und ergreifend die "Marktführer" in diesem Genre.
Man durfte gespannt sein, tritt Romero in ähnliche Gefilde wie Zack Snyder mit seinem "Dawn of the Dead"- Remake oder wird er alles beim alten belassen?
Weder noch- Auch für Romero ist nach den etlichen Jahren der Zombiezyklus nicht stehen geblieben, was wohl auch kein toleranter, aufgeschlossener Cineast erwarten durfte.

"Land of the Dead" ist im Grunde eine konsequente und nachvollziehbare Weiterentwicklung. Der Film wirkt gottlob nicht wie ein aufpolierter "Mainstream" Streifen, sondern versucht schon irgendwie "dreckig" daherzukommen. Stellenweise gelingt dies auch, was zum Teil an den gut gewählten Locations liegen mag, welche aber leider nicht die Atmosphäre eines Dawn oder Day of the Dead erreichen.
Die Zombies selbst sind natürlich wieder einmal 1A. Sie schleichen wie in alten Zeiten "schleppend" durch die Straßen und stöhnen vor sich hin, so wie wir es mögen.
Was aber vielen vielleicht etwas übel aufstoßen könnte ist die Tatsache, dass sie versuchen zu handeln und zu denken. Die Zeit des "tumben herumlaufens und mich einfach wegklatschen lassen" scheint vorbei, obwohl sie anfangs immer noch recht unbeholfen wirken.
Dies ändert sich aber schlagartig, als "Big Daddy"- einst Tankwart in seinem alten Leben, versucht die Zombies zur "Selbstständigkeit" zu erziehen, was ihm auch stellenweise gelingt. Sie können sich von nun an untereinander verständigen, was sie bei Leibe nicht ungefährlicher macht. Daher finde ich diese "Weiterentwicklung" sehr positiv weil sie etwas gefährlicher und unberechenbarer einzustufen sind.

Die Effekte sind supergut, obwohl auch hier viel mit "GCI" gearbeitet wurde, gerade bei den Headshots, die eigentlich recht zahlreich verteilt wurden.
Einige Zombies sehen echt "schräg" aus und sind für den einen oder anderen unfreiwilligen Lacher gut. Besonders die "Blaskapelle" und der Zombie mit der Rassel sind echt geil.

Vom Goregehalt ist eigentlich alles im grünen Bereich. Es gibt einige nette "Fressereien", wie wir es von früher her kennen. Auch für den ein oder anderen Schock ist gesorgt.
Also, diesbezüglich macht der Film eine echt mehr als gute Figur, weil im Grunde alle Klischees bedient werden und auch toll umgesetzt sind.

Die Darsteller gehen ebenfalls in Ordnung, obwohl ein Dennis Hopper hier bei weitem nicht gefordert wird und längst nicht das ausspielt, was er eigentlich könnte.
Auch eine Asia Argento macht optisch was her, wirkt aber auch sehr austauschbar.

Im Grunde ein Film, der eigentlich 10 Punkte wert ist, keine Frage. Doch den Wehrmutstropfen, der eben dies verhindert ist das Ende und die damit etwas zu kurze Laufzeit. Man hätte eigentlich auf ein spektakuläres Finale gehofft, welches leider ausblieb und somit eine Fortsetzung suggeriert.
"Land of the Dead" läßt ein "Dawn of the Dead"- Remake locker stehen, auch wenn genanntes Remake stellenweise etwas "härter" war. Als Sequel kann er aber durchweg überzeugen und ist mit Sicherheit einer der besten Zombiefilme der letzten Jahre.
Ein kleines Meisterwerk, welches aufgeschlossene und tolerante Cineasten restlos begeistern sollte.
Verdiente 9 Punkte, Tendenz steigend.

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