Review

Hinweis: Im Text sind Spoiler enthalten.

George A. Romeros vierter und wahrscheinlich auch letzter Teil seiner Vorstellung der Zombie-Apokalypse gestaltet sich auf den ersten Blick etwas anders die drei Vorgänger. Doch beim genauen Hinsehen fällt auf, dass es doch eben ein echter Romero ist. Kein neuer Zombiefilm, sondern eher ein Wiedersehen mit alten Freunden...und Feinden.
Der Grundplot sollte ja relativ bekannt sein. Aus unerfindlichen Gründen steigen die Toten als menschenfressende Zombies aus ihren Gräbern und machen Jagd auf menschliches Fleisch. Nach kürzester Zeit sind nicht mehr sonderlich viele Menschen übrig und die Überlebenden versuchen sich - mehr oder minder erfolgreich - mit der Situation zu arrangieren. Hier setzt “Land of the dead” ein. Die Welt ist weitestgehend von den Zombies bevölkert worden und einige Überlebende verschanzen sich in einer von Zombies gesäuberten Stadt irgendwo in Amerika. Während die Armen zusammengepfercht im Ghetto leben müssen, lebt und amüsiert sich die high society unter Führung von dem Geldhai Kaufmann (Dennis Hopper) in dem Wolkenkratzer Fiddler’s Green. Kaufman bezahlt eine Spezialeinheit, die für Bewohner von Fiddler's Green aus den zombieversuchten Gebieten allerlei wichtige und unwichtige Waren plündert. Doch dann passiert was niemand ahnen konnte. Die Zombies haben sich weiterentwickelt und sind in der Lage miteinander zu kommunizieren und diverse Gebrauchsgegenstände zu benutzen. So verschaffen sie sich Zutritt zu der Stadt, dringen ins Fiddler’s Green ein und fressen sich letztendlich durch die Reichen und die Schönen.
Das die Untoten jetzt plötzlich denken können, mag für viele überraschend sein aber wenn man sich an Romeros ersten Zombie zurück erinnert, fällt auf, dass auch dieser zu rationalen Handlungen fähig war. So versuchte der Friedhofszombie (S. William Hinzman) doch mit einem Stein die Autoscheibe einzuschlagen um an Barbaras (Judith O‘Dea) Fleisch heranzukommen. So lassen sich die nichtmehr ganz so stupiden Zombies zwar nicht erklären aber wenigstens akzeptieren.
Trotz ihrer neuen oder zurückgewonnen Intelligenz wirken die schlurfenden Zombies aber leider nicht mehr so bedrohlich wie in den drei Vorgängerteilen, kommen sie doch im Großteil des Films nicht mehr in den gewohnten Massen vor.
Nicht wirklich neu ist auch die Kritik an der Gesellschaft. Man muss nicht über eine überschwängliche Interpretationsgabe verfügen um „Land of the dead“ auf die gleiche Stufe wie seine Vorgänger stellen zu können. Die Ignoranz der dekadenten high society und die draus resultierende Armut der Ausgebeuteten lassen keine Zweifel zu: Romero spielt einmal mehr auf das aktuelle Zeitgeschehen an und verpackt seine Gedanken geschickt in die Fabel von den Menschen und den Zombies.
Die Unbeschwertheit der erlesenen Gesellschaft wird durch Sätze wie „Wir verhandeln nicht mit Terroristen“ (Hat auf diesen Satz eigentlich jemand ein Copyright?) oder „Zombies man...they creep me out.“ unterstrichen.
„Land of the dead“ ist also nicht nur platte Zombieunterhaltung, sondern eine mit allerlei herrlichen Geschmacklosigkeiten untermalte Geschichte mit Tiefgang.
Also gilt: hinsetzen, amüsieren, nachdenken!

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