Review

Frisch aus dem Kino und schon am PC

Erst vor Kurzem hörte ich von der Fortsetzung der weithin bekannten Dead-Trilogie von Romero und so hatte ich auch nicht viel Zeit, mir auszumahlen, was für ein Superstreifen das wohl sein würde. Und so hält sich auch meine Enttäuschung in Grenzen.

Der Film ist ein wahrscheinlich ein ganz guter Horrorfilm, wenn man ihn isoliert betrachtet. Das heißt im Klartext:
Handlung idiotisch, aber für heutige Verhältnisse ziemlich viel Gore, der Effektiv eingesetzt wird.
Im Vergleich zu den Vorgängern jedoch zieht der Film den Kürzeren, denn irgendwie passiert nicht so recht was. Ich hatte das Gefühl, der Film hätte eine Laufzeit von 60 Minuten (war ich etwa in der 16er Version?). Die schleppende Athmosphäre eines Dawn of the Dead (Original), die ich heute als Grundvoraussetzung für einen Zombiefilm sehe, ist einem actionlastigen und kurzweiligem Storyentwurf gewichen, der wohl mehr auf der Spur der Zeit liegt, aber die Fangemeinde doch nicht so recht befriedigt. Die Charaktere haben so viel Tiefe wie die Nordsee bei Ebbe und das Auskommen der Menschen mit einer apokalyptischen Situation ist auch nicht das Thema. Es geht eigentlich nur darum, dass dort Zombies sind, die hier und da mal beißen, in Mengen erschossen werden und zum Schluss die Bösen zerstören, während die Guten größtenteils vom Helden noch gerettet werden.
Dass die Zombies hier wesentlich intelligenter agieren, nimmt etwas das Bild der stumpfsinnigen, fremdgesteuerten Wesen, dass Romero einst so sorgfältig entwarf und tendiert ebenfalls in die Richtung Action.
Dass dabei die 1a Endzeitstimmung der Vorgänger verloren geht ist der Hauptgrund dafür, dass man nicht das Gefühl hat, einen vierten Teil der Dead-Reihe zu sehen.
Ist halt nur ein Zombiefilm, aber als solcher bietet er dann auch alles was man für die etwas bessere Durchschnittskost benötigt. Gore scheint in Hollywood langsam akzeptiert zu werden, denn der Film ist wirklich nicht zimperlich wenn es darum geht, Körper auf die verschiedensten Weisen zu zerstören. Das aber ein Zombie allein die Kraft hat, einem Menschen den Kopf abzureißen, passt dann aber wieder nicht in das Zombiebild, das ich erwartet hatte. In Day of the Dead war für die Zweiteilung des Fieslings immerhin eine Hand voll Zombies nötig.

Also, wer Romero-Fan ist, der wird wohl etwas enttäuscht werden, denn der Film ist zu kurz und zu hektisch.
Wer gerne Horror sieht, der wird wohl zufrieden sein. An die Vorgänger kommt der Film aber auf Grund der komplett anderen Machart nicht heran.

6 Punkte

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