Jahre nach der Infektion schützen sich die Menschen in einer abgeschotteten Stadt vor den Untoten, beginnen aber schnell, als sie wieder in einer Gesellschaft leben, ein Zwei-Klassen-System einzuführen und während die Schönen und Reichen in einem Hochhaus in der Innenstadt leben, lebt der Rest der Überlebenden auf den Straßen der Stadt. Man beschließt spezielle Teams loszuschicken, die die Zombies jenseits der Stadtmauern töten sollen, bis schließlich ein Mitglied eines solchen Teams wegen der gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten ausrastet und die Tore für die Untoten öffnet.
Nach dem Erfolg von Zack Snyders Remake "Dawn of the Dead" musst es George A. Romero schon in den Fingern gejuckt haben und als dann auch noch die Parodie "Shaun of the Dead" einen Überraschungserfolg feiern konnte, entschloss sich der 65jährige, noch einmal einen Horror-Film auf die Leinwand zu bringen. Dabei wollte er an seine Zombie-Trilogie "The Night of the Living Dead", "Dawn of the Dead" und "Day of the Dead" anknüpfen und einen vierten Teil drehen. Nach einer relativ langen Leinwandabstinenz des Altmeisters waren die Befürchtungen groß, dass er seine Kultreihe nun doch noch mit einem schlechten Teil ruiniert, zumal es im Horror-Genre mittlerweile Gang und Gebe ist, eine Reihe so lang auszuschlachten, bis man den Karren endgültig vor die Wand gefahren hat. Aber Romero stellt einmal mehr unter Beweis, dass er zu den besten Horror-Regisseuren der Welt gehört und wird den Erwartungen an eine würdige Fortsetzung durchaus gerecht, auch wenn er nicht ganz auf das Niveau seiner Zombie-Trilogie kommt.
Die Gesellschaftskritik war es, die Romero den meisten anderen Horror-Regisseuren voraus hatte und auch hier in "Land of the Dead" ist diese Kritik wieder deutlich zu erkennen. Die Stadt, in der sich die Überlebenden verschanzen steht dabei exemplarisch für die Gesellschaft und Romero zeigt die Missstände, die heute, wie damals aktuell sind, auf, wobei er seinen alten Biss aber teilweise verloren hat. Der Blick in die Abgründe der menschlichen Seele ist dabei ganz gut gelungen, genauso wie die übrige Charakterkonstruktion, die das Leben des Menschen in dieser apokalyptischen Welt sehr gut darstellt und genau zeigt, wie die Menschen mit dieser ungerechten Besitzverteilung und den unfairen Lebensbedingungen umgehen. Die Handlung an sich ist dabei leider ziemlich vorhersehbar, da Romero mal wieder alle Fäden darauf zulaufen lässt, dass ordentlich gesplattert werden kann.
Die Inszenierung ist erneut sehr düster und die Atmosphäre sehr dicht und gespannt. Romero baut einige gezielte Schockmomente ein, die durchaus zünden können und hält die Dunkelheit und Tristes mit der ruhigen, aber schauerlichen Musik, sowie der finsteren, trostlosen und apokalyptischen Kulisse von Anfang bis Ende aufrecht. Damit erzielt Romero einen relativ hohen Spannungsbogen, der zum Ende hin immer weiter zunimmt und unterhält damit bestens. Stellenweise ist der Film vielleicht ein bisschen übertrieben düster und bekommt, vor allem bei den Splatter-Szenen teilweise einen B-Movie-Flair, den man bei den ersten drei Teilen der Reihe nicht gespürt hatte. Die Splatter-Szenen sind dabei relativ heftig und eklig geworden und werden Genre-Fans durchaus gefallen, liegen aber noch Bereich dessen, was man sich als halbwegs gesunder Mensch ansehen kann.
Obwohl das Budget gerade einmal 15 Millionen Dollar betrug, konnte Romero einen namenhaften Cast für sich gewinnen, der alles in allem gute Arbeit leistet. Simon Baker und John Leguizamo können sich dabei als Zombie-Jäger empfehlen, wobei Baker ruhig eine Spur kantiger spielen könnte, da er zu sehr auf die Sympathie des Zuschauers aus ist. Am besten spielt Routinier Dennis Hopper, der als aalglatter und egoistischer Geschäftsmogul voll und ganz überzeugen, womit er ein perfektes Feinbild abliefert. Der übrige Cast in dem unter Anderem Asia Argento überzeugen kann, ist ebenfalls gut und "Shaun of the Dead"-Hauptdarsteller Simon Pegg hat einen Gastauftritt als Zombie.
Fazit:
George A. Romero knüpft solide an seine Zombie-Trilogie an und liefert mit seiner einzigartigen Gesellschaftskritik, einer gespannten Atmosphäre und sehenswerten Splatter-Szenen einen ordentlichen Horror-Film ab, der nicht nur Fans des Genres zusagen wird. Trotz des guten Cast, lässt sich dabei aber ein nerviger B-Movie-Flair nicht verkennen.
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