Review

Es fährt ein Zug nach Nirgendwo


Martin McDonagh ist spätestens seit „Three Billboards...“ auch im Mainstream ein fetter Name, für Genrefans jedoch durch moderne, schwarzhumorige Klassiker wie „In Bruges“ oder „7 Psychos“ allerdings schon deutlich länger. Meinen Geschmack hat er mit seinen wenigen Filmen bisher sogar so gut getroffen, dass ich mich auf die Suche nach Frühwerken wie diesem Kurzfilm machte. Ja, er ist schon auf dem Niveau eines Lynch, Cronenberg oder Carpenter, Regisseuren, von denen man früher oder später einfach alles gesehen haben will. „Six Shooter“ handelt von einem Neu-Witwer und seiner überraschenden, für nicht wenige Leute tödlichen Zugfahrt, die es in sich hat und in der einer der nervigsten Typen auftritt, den ich wohl je in einem Film gesehen habe...

„Six Shooter“ ist ein frühes, vielleicht noch nicht zu 100% ausgereiftes, aber schon ziemlich gutes Beispiel, für was McDonagh und seine späteren Langfilme stehen würden. Dunklen Humor, clevere Dialoge, starke Darsteller, Unberechenbarkeit, dichte Atmosphäre, packende Inszenierung. Eigentlich alles dabei, was ein Ausnahmeregisseur braucht. Und genau das ist der Brite für mich schon lange. Er hat seinen ganz eigenen Stil, beweist immer Eigenwille und Eier, geht auch gerne mal gegen den Strom und ihn treffend nachzumachen gelingt momentan ebenso wenigen, wie einst Tarantino. Gut so! „Six Shooter“ hat als größtes Ass im Ärmel sogar noch beide (!) Gleesons, einen geköpften Hasen im Arm und viel Blei in der Luft. Cheers! 

Fazit: eine der nervigsten Filmfiguren aller Zeiten, viele Tote und ein Zug voller Anspannung - McDonaghs erster, kurzer Streich ist etwas mehr als nur eine Aufwärmübung und schon ganz er. Dunkel, zynisch, böse. Männer, die auf Kugeln starren. 

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