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Ein armes, hungerndes Mädchen schließt einen Pakt mit einer Zauberin, der sie als Konkubine des Königs für immer in Reichtum und Wohlstand leben lässt. Der Preis: Sie wird niemals mit ihrer wahren Liebe vereint werden. Jahre später ist sie eine überaus attraktive Prinzessin, gespielt von Cecilia Cheung. Ein Sklave, gespielt von Jang Dong-Gun, rettet ihr schließlich in der Rüstung seines Meisters, eines Generals, gespielt von Hiroyuki Sanada, das Leben, woraufhin sie sich in den vermeintlichen General verliebt.

Nach dem sensationellen Erfolg der "Herr der Ringe"-Trilogie standen bereits dutzende Nacharmer wie "Narnia", "Fluch der Karibik" oder "Eragon" in den Startlöchern, die ebenfalls ihr Geld an der neuen Fantasy-Welle verdienen wollten und auch in China wollte man wohl ein Stück vom großen Kuchen haben und schickte einen eigenen Fantasyfilm ins Rennen und brachte sogar das größte Budget auf, das eine chinesische Produktion jemals hatte, scheiterte aber dennoch kläglich.

Bereits mit dem vollkommen miserablen Drehbuch war der Film zum Scheitern verurteilt. Die Handlung ist dämlich und überkonstruiert, man nimmt sich für den Film viel zu viel vor, baut Nebenfiguren und Nebenschauplätze ein, die der Film eigentlich gar nicht gebraucht hätte und niemals in einem Film unterzubringen sind, ohne, dass der Regisseur über die volle Laufzeit hetzen muss. Während die Handlung, deren Wendungen wirklich haarsträubend sind, also viel zu prall geworden ist, sind die Charaktere leider unglaublich flach konstruiert und dermaßen unglaubwürdig, dass jedes Interesse des Zuschauers am Film bereits im ersten Drittel verloren geht. Ein Einblick in die asiatische Fantasy-Welt hätte ja durchaus interessant werden können, aber dies vereiteln die Autoren mit blankem Unvermögen.

Problematisch wird es im Endeffekt, weil der Regisseur, in diesem Fall Chen Kaige, der auf über 20 Jahre Berufserfahrung zurückblicken kann, auch keine bessere Leistung vollbringt. Die Effekte sind, trotz des hohen Budgets, einfach jämmerlich. Hier und da sind ein paar kleinere Hingucker dabei, aber manche Animationen, insbesondere die der Zauberin, oder die Rinder am Anfang des Films, scheinen einem schlechten Computerspiel entlaufen zu sein. Die Kulissen, teilweise ebenfalls am Computer entstanden, sind aber ganz nett gemacht, wirken relativ ansehnlich, sind aber etwas zu bunt geworden, genauso, wie die übertrieben farbenfrohen Kostüme und die Maske. Der ganze Film wirkt wie ein Kleinkindermärchen, erreicht so aber überhaupt keinen epischen Charakter, überhaupt keinen gewaltigen Eindruck, wie ihn Fantasyfilme im Allgemeinen benötigen. Zudem ist der Film, dessen Handlung überhaupt nicht mitzureißen vermag, klar überdramatisiert, so wirken die Versuche, den Film doch noch emotional zu gestalten, einfach nur jämmerlich und das obwohl "Wu Ji" eigentlich als Liebesgeschichte angelegt ist. Das beste, was Keige angesichts dieser grausamen Defizite noch machen kann, ist das Erzähltempo beschleunigen, um damit wenigstens im Ansatz unterhalten zu können und noch ein paar altbewährte Material-Arts-Sequenzen einzubauen, aber mehr als gepflegte Langweile bietet dieses knallbunte Fantasy-Melodrama beim besten Willen nicht.

Da der gesamte Film ausschließlich auf vordergründige Action und eine bunte Optik aus ist, haben die Darsteller natürlich keine sonderlich schwierige Aufgabe zu erfüllen. Daher sind die, im Großen und Ganzen soliden Leistungen für diesen Film gerade gut genug, wobei mir der relativ kernig aufspielende Hiroyuki Sanada am besten gefallen hat.

Fazit:
Die Handlung bietet über flache Charaktere, eine dämliche Handlung, bis hin zu hirnrissigen Dialogen so ziemlich alles, was man falsch machen kann. Da die Inszenierung, mit den durchwachsenen Effekten, der knallbunten Optik und keinem einzigen Hauch von Spannung oder Dramatik ebenfalls komplett misslungen ist, handelt es sich bei der bis dato teuersten chinesischen Produktion um einen vollkommen schwachen und langweiligen Flop, bei dem allenfalls der Cast im Ansatz überzeugt.

27%

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