Review

Handlung:
Na, Caligula eben. Römischer Tyrann ergeht sich in Dekadenz und Gewalt, um so seine Traumata zu überwinden.

Der dritte Aufguß des Stoffes nach dem nicht unbeeindruckenden, gut besetzten Werk von Tinto Brass und der scheußlich-schönen Neuinterpretation durch Aristide Massaccesi alias Joe d'Amato vermag weder Neues hinzuzufügen noch das "Niveau" seiner Vorgänger auch nur im Entferntesten zu halten. Hielten die aufwendigen Streifen von Brass und Massaccesi immerhin noch einige saftige Provokationen bereit, ist an diesem Film nur die unverschämt billige Machart provozierend. Robert Gligorov ist zwar keine schlechte Besetzung für den Bilderbuch-Tyrannen, aber die restliche Besetzung ist recht unspektakulär aus italienischen C-Darstellern zusammengewürfelt. Wo die Vorgänger mit der Darstellung von exzessiver Gewalt und Sexualität schockierten, beläßt es Caligula III beim Zeigen etlicher Brüste, wobei jegliche Erotik fehlt. Die Figur des Caligula ist deutlich sentimentaler und mit weniger Härte gezeichnet als bei d'Amato. So wirkt alles ein wenig versöhnlicher. Ein gewisser Pluspunkt des Films sind die leicht psychedelisch wirkenden Darstellungen von Kulthandlungen, die das interessanteste Moment des Streifens bilden. Sein größter Minuspunkt ist die allgegenwärtige Billigkeit; viele Szenen wirken aufgrund stark gegen den Rest abfallender Qualität wie Versatzstücke aus anderen Filmen; so sieht man Caligula auf dem Thron, dann in deutlich schlechter Bildqualität ein paar Tänzerinnen in einem offenbar ursprünglich anderen Thronsaal, dann wieder Caligula in der vorherigen Bildqualität. Da bleibt eine gewisse unfreiwillige Komik nicht aus.

Insgesamt ist von dem Film abzuraten; allerhöchstens Genre-Begeisterte könnten vielleicht einen Blick riskieren.

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