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Caligula (Robert Gligorov) ist ein durchtriebener Kaiser: Sich mit Huren verlustierend und an Gewalt ergötzend, leidet er unter alten Traumata wie der ihm versagt gebliebenen Liebe einer Frau, die seinen Bruder Gemellus (auch Robert Gligorov) vorzog oder der unzureichenden Beziehung zu seiner Mutter. Jetzt tritt aber auch noch das Mädel Lysia (Sandra Venturini) in sein Leben, deren eigentliches Ziel die Ermordung Caligulas ist. Aber sie verliebt sich stattdessen in diesen. Darüber hinaus stößt dem römischen Senat die Art, wie der Kaiser regiert, übel auf.

Soviel zum Storybrei, aus dem man durchaus einen soliden Film hätte formen können. Zahlreiche Faktoren zertrampeln diesen Brei aber, als handele es sich bereits bei diesem um Scheiße. So sind natürlich erstmal die Darsteller desaströs. Gligorov verhilft seiner Figur mit einer unterirdischen Leistung zu einem total unstimmigen Charakter. Vielleicht ist es auch nicht allein Gligorovs Schuld, denn die Dialogzeilen sind auch unter aller Sau. So kommt es, dass die Charaktere, die am wenigsten sprechen, auch am wenigsten negativ auffallen. Sandra Venturini aber würde auch ohne die grottigen Dialoge keine gute Show abliefern. Obwohl sie ja ganz manierlich aussieht. Jedenfalls kommt durch die schlechte Darstellerleistung und die dümmlichen Dialoge eine ziemlich unsymphatische Stimmung auf.

Des Weiteren sind markante Mängel im Storyboard zu finden. Ich finde verschiedene Zeitebenen an sich wirklich lobenswert, hier verkommt das Ganze aber zu einem doch arg unübersichtlichen Gesamtgefüge, was eigentlich paradox ist, da die Geschichte ja gar nicht so kompliziert ist. Einen gewissen Teil trägt aber auch der hirnrissige Schnitt dazu bei, der handwerklich nicht besonders schlecht ist, aber es zu keiner Zeit versteht, die Szenen kausal nachvollziehbar aufzutischen.

Irgendwie kommt der eigentliche Hauptplot ziemlich ungewöhnlich rüber, da er neben Caligulas Zeitvertreib und anderen vermeintlichen Subplots in den Hintergrund gerät. Lysias Charakterentwicklung kommt derartig plump daher, dass man sie als Zuschauer nur schwer nachvollziehen kann. Und bei anderen Figuren nach einem Wandel zu suchen, erweist sich sowieso als sinnlos.

Wer jetzt denkt, das sei ja alles nicht so schlimm, solange es ausreichend Sex und/oder Gewalt gibt, der irrt sich gewaltig. Gewalt gibt es zwar durchaus, aber gewiss nicht so intens wie es einem die Coveraufschrift weismachen will und gar nicht plakativ. Tatsächlich entpuppt sich "Caligula III" als erstaunlich harmloser Film, bei dem man schon hinterfragt, warum er nicht FSK 16 ist. Abgesehen von einer Sexszene am Anfang (nicht mal eine Minute) kommt es später noch zu einer beinahe Masturbation und das wars. Ansonsten gibts häufig nackte Frauenkörper mit Brüsten und Schamhaaren, etwas Rumgeknutsche, ein Griff in den Schritt und das Versenken von Köpfen in den Schritten ihrer Angebeteten. Aber nichts wirklich Verwerfliches.

Man kann dem Film eigentlich nur wenig Gutes abgewinnen: Caligulas Charakter ist durchaus tiefsinnig, es gibt ein paar ansehnliche Frauenkörper und einige Sets sehen ganz ordentlich aus. Mehr nicht.

Also ist "Caligula III" wirklich totaler Durchfall, der, was man auch immer erwartet, einen bitter entäuscht. Man sollte als Genre eigentlich auch nicht "Sex" angeben, wie man es zweifelhafterweise getan hat, sondern eher "Scheiße". Das ist meine Meinung.

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