Review

Inhalt:

China, zur Zeit der manchurischen Qing-Dynastie. Wai Siu Bao (Wong Yue) ist der Sohn einer Prostituierten, Bordell-Mitarbeiter, Spieler und Betrüger. Der Schlingel gerät von einer Katastrophe in die nächste, und freundet sich mit "Mau 18" (Kwan Feng aka Gwan Fung) an, dieser ist Mitglied einer revolutionären Zelle. Beide entweichen von Yangchow in die Hauptstadt.

Dort geraten sie in die Falle des Eunuchen Hai (Ku Feng), der ein bösartiger Kampfkünstler ist und Intrigen spinnt. Es kommt zum Kampf und "Mau 18" wird verletzt, doch gelingt es Wai Siu Bao den Eunuchen zu vergiften, daraufhin erblindet dieser. Wai gibt sich nun als der Eunuch "Xiao Guei Tzu" aus, und wird der Schüler von Hai, da dieser ihn nunmehr verwechselt.

Durch all dies kommt Wai Siu Bao aka "Xiao Guei Tzu" in Kontakt mit Siu Yuen Tzu (Lau Kar Fei aka Gordon Liu), der sich allerdings als Kaiser Kang Hsi entpuppt, welcher Kampfkunst studiert. Es geht ihm, so wie dem Eunuchen Hai, darum, alle Exemplare eines besonderen buddhistischen Textes zu suchen. Auch vom Kaiser lernt Wai Siu Bao einige KungFu-Techniken.

Dann gerät Wai zwischen die Fronten einer Palast-Revolution, in die auch die Kaiserin (Linda Chu) verstrickt ist...!

Kritik:

Au Backe, war das ein Mist. 

Also der Grund, warum ich mir diesen weiteren Spät-Eastern der Shaw Brothers ansah, der sich als eine hanebüchene, schwache Klamotte herausstellte, war einzig und alleine die Mitwirkung von Shaw-MegaStar Lau Kar Fei (aka Gordon Liu), den ich sehr schätze. Ich hätte es lieber lassen sollen.

Eine so wirr-konfuse wie schwachsinnige "Story", die ebenso entsprechend abgekurbelt wurde, die schließlich nur noch nervt und am Ende eine gar unzumutbare Enttäuschung dem Betrachter bietet, wurde im Jahre 1983 von Regisseur Hua Shan für die Studios der Shaw Brothers verzapft. Und Hua Shan, der weit bessere Streifen für die Shaw Brothers schuf, ich fragte mich während und nach der Betrachtung dieses Films: Was hat der geraucht? Stimmte mit dem Opium etwas nicht? Au jeh, nein!

Also, was soll ich noch schreiben? Der Streifen ist ein wirre Aneinanderreihung von platten Gags, Splatter-Einlagen, pseudo-erotischen Anspielungen und chaotischer Zoten-Abfolge. Wenn wenigstens das Ende einen dramatischen Show-Down geboten hätte..., aber der Film endet in einem 10 minütigen Sammelsurium von Wirrwar und zusammenhanglosem Chaos. Liest man die Revs auf imdb.com war ich da bei weitem nicht der Einzige, der das so sah/sieht.

Okay, die Sets der Shaw Brothers sind wieder super, edel-luxuriös Hochglanz-Bilder erzeugend, einige KungFu-Action-Sequenzen sind voller rasantem Drive und absolut brauchbar, Lau Kar Fei deutet sein Können an, und das Tempo ist derart fulminant-drastisch hoch, dass eigentlich keine Langeweile aufkommen ... konnte. Aber der Film nervt aufgrund seiner inszinatorischen Schwächen und der nichtssagend-hanebüchenen Chaos-Story, da nutzte das Mega-Tempo denn herzlich wenig. Die platt-faden Gags, oft auf sexuell-schlüpfriger Basis, machen alles eher noch schlimmer.

Enttäuschend das Ganze denn insgesamt, und so ist "Tales of a Eunuch" ein Eastern aus der Endphase der 1983-1985 immer mehr schwächelnden Shaw Brothers, den man wirklich nicht unbedingt gesehen haben muss. 

Tja, und sonst fällt mir doch immer so viel ein, was man zu einem Eastern schreiben kann. Das ist diesmal schwer, der Streifen ist so schwach, dass es echt schwerfällt, zu dem Schmunkes was niederzuschreiben, sorry.

Wong Yue ist hier der Hauptdarsteller, der die zotige Abfolge als Anker-Mann begleitet. Gewitzt-witzig soll er rüberkommen, mit platten Mätzchen die Sache aufmotzen. Er zieht das auch voll durch, aber das rettet wenig...  bis nichts. Ku Feng gibt einen fast diabolischen Villain, mit diesen glasig-blinden Augen, aber der Vielfilmer der Shaw Brothers, eigentlich ein begnadeter Darsteller, würgt sich so durchs Rollenbild, dass auch das leider verpufft. 

Lichtblick ist zwar Lau Kar Fei (aka Gordon Liu), seine Aura und sein Können in Puncto KungFu blitzen auf. Doch selbst einer wie er, kann gegen das konfuse Script und dieses zotenhafte Durcheinander nicht viel ausrichten. Seine Szenen sind die Besten, aber er ist nicht der Hauptakteur und in diesem Chaos verpufft auch sein Wirken.

Auch die Frauen geben nicht viel her, und was da manche sollte und wollte, tja, ich weiß es nicht. Schauwert hat hier noch die äußerst attraktive Actrice Linda Chu, eine Darstellerin von atemberaubender Schönheit. Ich könnte die sehr attraktive Linda vielleicht nur abweisen, wäre ich mit Alev Seker und Kerstin Paltzer liiert -tja, von was ich so träume-.

Die KungFu-Fightaction ist rasant und teils spektakulär, aber auch schnell im Schnitt. Dann kommen blutig-splatterhafte Sequenzen hinzu, Gelenke werden gebrochen, Leiber werden aufgefetzt, Innereien werden aus Körpern gerissen, das Blut läuft. Aber wirklich Laune machen diese fast grotesk wirkenden Szenen ob all der Schwächen dieses Eastern, der zu den Abgesang-Filmen der Shaw Brothers zählen dürfte, nicht gerade.

Die Shaw Brothers machten zwischen 1983 und 1985 nicht nur schlechte Filme, dieser gehört allerdings zur schwächeren Kategorie. Die Studios versuchten durch Fantasy- oder Comedy-Eastern die Trends des sich verändernden Eastern-Genres mitzumachen, scheiterten aber damit bei leider nicht wenigen Streifen. Jackie Chan und Sammo Hung setzten zu jener Zeit bezüglich der komödialen Welle des Genres die Maßstäbe, und mit einem Film mit/von ihnen aus jener Zeit ist man besser bedient, als mit "Tales of a Eunuch".

Hochglanz-Optik, edle Sets, einige rasante KungFu-Fights, irre hohes Tempo, Lau Kar Fei und eine attraktive Linda Chu: Somit sehr knappe, noch wohlwollende und eher magere 3 von 10 Punkten die ich da noch vergeben kann.

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