Review

Das Dschungelcamp der etwas anderen Art präsentierte uns Schundfilmer Jess Franco einige Male in den Siebzigern und setzte bei seinen Streifen auf eine gehörige Portion Sex und Sadismus. Verglichen mit zeitgenössischen Folterfilmen bleiben hier jedoch explizite Darstellungen außen vor.

Irgendwo im südamerikanischen Dschungel spielen sich politische Unruhen ab. So landen Karine und zwei weitere Frauen im Urwaldgefängnis der Militärpolizei und sollen Verhören unterzogen werden. Folterarzt Costa freut sich bereits darauf, neue Techniken einzusetzen…

Es war die Zeit der natürlich herabhängenden Quarktaschen und des Wildwuchses zwischen den Beinen einer Frau, was hier gleich mehrere Damen fast die ganze Zeit über demonstrieren.
Nackt an Ketten, nackt auf der Flucht, nackt während der Folter.
Zumindest sehen die Ladies ansehnlich aus, ausgenommen „Madame“, die sadistische Leiterin der dubiosen Anstalt, die mehr Ekel als sämtliche Folterszenen ausstrahlt.

Handlungstechnisch passt alles auf die Rückseite eines Kassenbons: Kein politischer Hintergrund, keine Informationen über etwaige Beweggründe und ein Minimum an emotionalen Regungen oder gar zwischenmenschlichen Tönen.
Die preiswerte Produktion spart vor allem an Action, da dürfte die kollektive Reise in die exotische Umgebung noch am meisten Budget verschlungen haben.

Ansonsten kommt der Exploitationer mit all seinen üblichen Zutaten: Gesichter in Nahaufnahme, notgeile Kerle an allen Ecken, leidende weibliche Opfer und ein paar angedeutete Folterszenen, die sich mehr im Kopf des Betrachters abspielen, als Einzelheiten zu zeigen, denn das wäre zu aufwendig gewesen.
Es gibt ein paar Stromstöße mit Schaum im Mund, eine muss Madame zwischen den Beinen schlubbeln und es gibt die in der Vorstellung zumindest fiese Idee, eine hungrige Ratte per Metallrohr mitten in die Mumu des Opfers zu lassen (in dem viel zu kleinen Rohr wäre die fette Ratte allerdings vorzeitig erstickt).

Indes arbeitet die Kamera recht souverän und vermeidet freizügige Einsichten, lichtet ansonsten ein paar Hackfressen in Nahaufnahme ab und bemüht sich, den ansehnlichen Schauplatz einigermaßen atmosphärisch einzufangen. Auch der Score geht in Ordnung, obgleich er während der Flucht reichlich unpassend eingesetzt wird.
Darstellerisch präsentieren die Damen ein über weite Teile glaubwürdiges Leiden, nur Howard Vernon wirkt als sadistischer Arzt eher harmlos.

Was in den Siebzigern mancherorts als verrucht und äußerst anstößig galt, bietet für zeitgenössische Sehverhältnisse seichtes Ringelpietz mit Anfassen. Ein wenig Softsex mit mehr Gestöhne als freizügigen Einblicken, Folterszenen mit den jeweiligen Gesichtern beider Parteien und immerhin im letzten Drittel noch ein wenig Fluchtgeschehen, allerdings ohne durchdachte Dramaturgie. Ein typisches Trash-Werk von Franco, komplett nach dem Motto:
„Gib mir Wasser…“ – „Du kriegst gleich was Feuchtes!“
4 von 10

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