Aller guten Dinge sind drei. Und vor allem beim Film trifft diese Aussage mehr zu, als irgendwo sonst. Denn Trilogien beherrschen die Filmwelt, egal welches Genre man da nimmt. Es herrscht hier wohl allseits die Einbildung, dass man mit drei Teilen absolut nichts falsch machen kann. Die Gefahr, dass sich der Inhalt zu schnell abnutzt, ist bei drei Filmen meist gerade so gebannt und wer mehr als nur einen Film zu einer bestimmten Geschichte haben will, der kriegt mit drei Teilen meist auch gerade so ausreichend Nahrung. Tja, und vor allem im Horror-Genre sind Trilogien an der Tagesordnung. Und so verwundert es auch nicht, dass nun auch "Düstere Legenden", der, nach "Scream" und "Ich weiss..., dritte (mehr oder wenige) große Film der modernen Slasher-Streifen, seinen Trilogie-Abschluss bekommt. Herausgekommen ist dabei mittelmäßige, Standard-typische, Slasher-Kost für Genre-Freaks, nicht mehr und nicht weniger.
Was die Story anbelangt, ist natürlich alles so gnadenlos dünn und vorhersehbar wie bei den Vorgänger-Teilen, wenn auch dieses mal mit einem Touch Mystery. Im Prinzip geht es um ein paar dusselige Teenies einer Football-Mannschaft, die plötzlich anfangen, einer nach dem anderen, auf merkwürdige Art und Weise, zu sterben. Nach einigen Nachforschungen kommt heraus, dass sie anscheinend vom gepeinigten Geist einer Schülerin getötet werden, die vor vielen Jahren, bei einem Schülerstreich, ums Leben gekommen ist. Nun heißt es also das Rätsel zu lösen, wie Bloody Mary aufgehalten werden kann. Ja, wer sich jetzt denkt, dass das alles mächtig konfus klingt, der hat definitiv recht. Mit Logiklücken und Storybrüchen nur so überseht und Klischeehaft bis zum geht nicht mehr, reiht sich das Drehbuch zu "Düstere Legenden 3" wirklich nahtlos, in die Reihe konfuser Slasher-Dutzend-Ware, ein. Innovative Geschichten bei einem Slasher gibt es wohl wirklich nur in den seltensten Fällen. Aber nun gut, was anderes hat sicher auch keiner erwartet und wenigstens wollten die Schreiberlinge etwas Abwechslung in das allzu übliche Schlitzer-Einerlei bringen, wenn es ihnen, unterm Strich, auch nicht gelungen ist.
Was dagegen definitiv passt ist die Atmosphäre, die zwar keine Bäume ausreist und sich mit größeren Produktionen auch nicht messen lassen kann, aber für einige kleinere Schweißausbrüche gut zu gebrauchen ist. Aufgrund des netten Scores und der wunderbaren Kameraarbeit, die die knackigen, meist mit Schnee bedeckten, Kulissen ideal einfängt, kommt meist eine wirklich annehmbare Stimmung zu Stande, die für gute Grusel-Unterhaltung sorgen kann. Dazu natürlich einige nette Schockeffekte, die zwar maximal Horroranfänger wirklich erschrecken, aber durchaus gut gesetzt worden.
Was die Todesszenen angeht, so wurde der Bodycount vergleichsweise niedrig gehalten und die Inszenierung der Szenen ist auch nur recht mittelmäßig ausgefallen. Zwar sind die Kills allesamt nicht gerade Innovationslos (Düstere Legenden geben halt immer noch gute Ansätze für "kreatives zu Tode kommen" her), doch was die Umsetzung angeht, sieht es eher finster aus. Der erste (übersinnliche) Mord in der Sauna z. Bsp. ist von einer derartigen Stümperhaftigkeit überseht worden, dass man fast schon Angst bekommen könnte, dass alle Kills so schlecht aussehen. Der Zweite sieht dann zwar schon etwas besser (und auch wesentlich blutiger) aus, aber wirklich was optisch Leckeres wird einem hier zu keinem Zeitpunkt geboten. Da haben die beiden Vorgänger doch wesentlich Besses sehen lassen!
Zudem enttäuscht einem auch wieder mal das völlig banale Ende, dass zudem auch noch mit einigen brachial schlechten CGI-Effekten angereichert wurde. Billiger und blöder hätte man den Film echt nicht enden lassen können.
Und auch was die Darsteller angeht wird typisches Slasher-Niveau geboten, was nichts anderes bedeutet, als das die Schauspieler für so einen Film durchaus annehmbar sind, aber für größere Streifen in keinster Weise geeignet sein dürften. Eben Darsteller von der Stange!
Fazit: Mittelmäßiger dritter Teil, der Reihe mit Morden im Stile "Düsterer Legenden", der mit seiner schwachsinnigen Story wieder einmal absolut nichts Positives, im Genre-Einerlei, zu bieten hat, sich aber, aufgrund der annehmbaren Atmosphäre, der gut gesetzten Shocks und der kreativen (wenn auch schlampig inszenierten) Morde, wenigstens knapp ins Mittelfeld transportieren kann. Wer das Genre schon nach "Scream" wieder aufgegeben hat, der wird garantiert auch hiermit nicht glücklich werden. Genre-Allesfresser dürfen sich dagegen aber ruhig einen Happen abbeissen, ohne Bauchschmerzen zu bekommen. Was wirklich Schmackhaftes dürfen allerdings auch sie nicht erwarten!
Wertung: 5/10 Punkte