Hauptsache, wir können eine Trilogie vollmachen.
Oder: hey, mit diesem Cheapo können wir uns an einen bekannten Titel dran hängen.
Also willkommen bei „Düstere Legenden 3“, der die Stories rund um Stalk’nSlash- Morde, basierend auf sogenannten urbanen Legenden endlich zu Tode reitet.
War da im Falle des einigermaßen erträglichen zweiten Teils noch eine Beziehung zum Original (ein Charakter, ein Cameo extra), so hängt sich dieser Film endgültig an den Trend.
Drei Mägdelein spielen hier das aus alte Candyman-Spielchen mit dem Dreimal-Aufsagen, in diesem Fall mit einer gewissen Bloody Mary (Prost!). Am nächsten Morgen sind sie alle weg – aber dann doch nur Opfer eines Schulstreichs geworden. Aber no problem, Mary ist trotzdem da und rächt sich dafür, dass man sie vor 30 Jahren auf dem Schulball erst versehentlich niedergeschlagen und dann für tot gehalten in eine Truhe eingeschlossen hat, wo sie alsbald endgültig verendete.
Was das jetzt noch mit den urbanen Legenden zu tun hat?
Naja, Mariechen ist da sehr kreativ, denn es gilt ja den Titel zu begründen und so wird ein Bösling auf der Sonnenbank geröstet (was wir bei „Final Destination 3“ wesentlich witziger und besser hatten), ein anderer pisst gegen einen Elektrozaun und sprengt sich den Bömmel weg. Knaller!
Ansonsten rächt der Rachegeist gar rachedurstig das eigene Schicksal – und murkst seltsamerweise die Kinder der eigentlichen Böslinge ab, die hier sonst aber gar keine Rolle spielen. Selbstverfreilich gibt’s noch einen sinistren Sportlehrer, eine angekiffte Schwarze und einen viel zu unauffälligen Stiefpapi, dazu ein paar ordentliche Maskeneffekte.
Insgesamt ist der Film wirklich keinen Schuß Pulver wert. Die Spannung ist kaum vorhanden, der Ablauf winkt mit dem ganz dicken Zaunpfahl und die Morde sind ziemlich uninteressant.
Leichter Ekelfaktor stellt sich nur bei der Zimtzicke ein, der eine Spinne Eier unter die Haut gesetzt hat und die sich selbige unter starkem Arachnoidenbeschuß vom Gesicht zieht.
Da man die Szene aber unendlich in die Länge gezogen hat, gabs auch da schon Besseres.
Für Komplettisten sicher ein Muß, ansonsten aber Ramschware, die schnell ins Reich des Vergessens abgeschoben werden sollte.
Und das alles von der einstmals hoffnungsvollen Regisseurin Mary Lambert (Pet Sematary), die inzwischen in die C-Klasse abgestiegen ist. Arbeitsbeschaffung, ganz schlimm. 2/10