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1969 starb die junge Mary Banner während des Abschluss-Balls unter ungeklärten Umständen, doch ihre Leiche wurde nie gefunden. Über die Jahre hinweg hat sich die Geschichte jedoch zu so einer Art düsteren Legende entwickelt, die man sich in dem lauschigen Städtchen immer noch erzählt und man munkelt gar, dass das Mädchen damals ermordet wurde. Nun ruft die Schülerin Samantha Owens während einer Pyjama-Party ohne es zu wissen Marys Geist wieder auf den Plan, die mit der Zeit natürlich mächtig stinkig geworden ist. Kurz darauf wird Samantha ebenfalls übel mitgespielt, denn die Mitglieder des Football-Teams der Highschool setzen sie und ihre Freundinnen unter Drogen und türken eine Entführung, um sich an ihr für einen unvorteilhaften Artikel der Schulzeitung zu revanchieren. Da die Tat einige Parallelen zu den Ereignissen von vor über dreißig Jahren aufweist, sieht sich das schlechtgelaunte Gespenst dazu veranlasst, zunächst ein wenig unter den Sportskanonen zu wüten und so für Gerechtigkeit zu sorgen. Die vielen Todesfälle machen Samantha natürlich stutzig und so forscht sie zusammen mit ihrem Bruder David in Marys Vergangenheit herum. Dabei entdecken sie, dass an der düsteren Legende mehr dran ist, als sie zunächst dachten... Dass man den ersten beiden, nach dem Erfolg von Wes Cravens "Scream - Schrei!" entstandenen "Düstere Legenden"-Filmen nach dem Abflauen der Neo-Slasher-Welle der späten 90er eine direkt für den DVD-Markt konzipierte Fortsetzung hat angedeihen lassen, um wirklich noch das letzte bisschen Profit aus dem Namen zu quetschen, ist ja irgendwo noch verständlich. Warum man allerdings den zwar nur durchschnittlichen, aber immerhin genregerechten und halbwegs unterhaltsamen Schlitzer-Streifen, die zu einhundert Prozent in die Teenager-in-Angst-Schublade gepasst haben und ohne jedwedes phantastische Element auskamen, einen derartigen Geisterfilm-Murks folgen lassen musste, ist mir da schon ein echtes Rätsel... zumal sich ja auch ein paar lose, inhaltliche Verbindungen zu den Vorgängern auf die lediglich per Zeitungs-Ausschnitte angesprochenen College-Morde und ein paar halbherzig in den Dialogen erwähnte, urbane Legenden beschränken und den Eindruck machen, als wären sie erst im Nachhinein ins Drehbuch gefriemelt worden. Mary Lambert, nach ihren "Friedhof der Kuscheltiere"-Streifen Karriere-mäßig weiterhin auf dem absteigenden Ast, lässt "Düstere Legenden 3" auch gerade mal zu einem Mischmasch aus vorhersehbaren Schock-Effekten und überharten Tötungs-Methoden verkommen, bei dem die handlungsmäßige Abkehr vom schnöden Slasher-Kino irgendwie doppelt schlimm wiegt. An dessen Stelle sind die Stilmittel des gerade angesagten J-Horrors à la "Ringu" und "Ju-on: The Grudge" getreten, die hier in einigen augenscheinlich Sadako-inspirierten Geister-Auftritten einfältig abkopiert werden und im Kontext einer dümmlichen US-Produktion nun mal echt gar keinen Sinn machen. Gegen die Nervigkeit dieser hippen Horror-Ästhetik ist man allerdings nicht gefeit und wo steht eigentlich geschrieben, dass alle neueren Film-Geister weiblich sein und schwarze Haare haben müssen? Die zum Schluss hin auftretenden Irrungen und Wirrungen des Skripts muten da fast noch am charmantesten an, obwohl der Zuschauer auch hier wieder mal um mindestens zwei Schritte voraus ist und bereits zur Halbzeit-Pause das Spiel durchschaut haben dürfte. Dass die eigentliche Storyline rund um die Mordgeschichte faustdicke Löcher hat und man sich über einige Handlungen der Figuren wieder mal nur wundern kann (wer pisst schon an einen Zaun, an dem ein Schild hängt, auf dem "Vorsicht: Hochspannung!" steht...?) passt dann genau in das Bild, das man sich von diesem stupiden Fortsetzungs-Produkt gemacht hat. Immerhin: Was das Sujet "splatterige Teenie-Rache aus dem Jenseits" anbelangt, ist "Düstere Legenden 3" nicht ganz so furchtbar wie der etwa zeitgleich entstandene "Tamara" und diesem gegenüber leicht vorzuziehen.

4/10

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