Francos Die Sklavinnen entstand in der Blütezeit der Filme, als Erwin C. Dietrich mit seinen Schweizer Erotikfilme, oftmals in Zusammenarbeit mit Brigitte Lahaie erfolgt hatte und somit schreitet auch dieser Film stilistisch ähnliche Wege, auch wenn hier Francos Frau Lina Romay die Hauptrolle spielt.
Franco knüpft eine verzwickte und fast schon sinnfrei verschachtelte Kriminalgeschichte um den Fall einer Puffmutter (Lina Romay), die die wohlhabende Tochter eines Milliardärs entführt, mit Rauschgift willenlos und zur Sklavin für ihr Bordell macht. Grossartige Sexszenen, sowie dahinschmelzend traumartige Kamerafahrten wie in dem gleichen Jahr gedrehten Das Bildnis der Doriana Gray mit Romay bleiben dort zwar aussen vor, stattdessen konzentriert man sich hier auf Ermittlungskriminalthematik, doch zumindest weiss die Darstellung der Entführten, gespielt von Martine Stedil zu überzeugen, da sie ähnlich wie Doriana Gray wie weggetreten und kindlich naiv wirkt. Von Surrealismus keine Spur, stattdessen regiert hier annähernd der Charakter eines Gialli, sagen wir mal ähnlich wie in Franco Wallace-Auftragwerk Der Todesrächer von Soho, auch wenn man hier natürlich weiss, wer hier was und warum im Schilde führt. Oder auch nicht, denn das ist ja gerade der Knackpunkt.
Sicher hat der Film seinen Reiz als typisches Zeitprodukt der 70er und wird auch all jene zufriedenstellen, die nicht mehr erwarten als ein bisschen Softsex, klein wenig dominierendes Folter ,- und Geständnisgeplänkel einer rassigen wie gleichzeitig niedlich hilfslos dreinblickenden Lina Romay und 70er Jahre Bong Bong Hippieklänge in verrauchten und neonfarbenden Kneippen, doch das Drehbuch und auch zeitweise die etwas schäbigen Darsteller lassen keine Höhensprunge zu, sodass der Film allerhöchsten Mittelmaß wird und man ohnehin nicht gewillt ist, sich um die unlogischen Wendungen zu scheren. Allerdings ist es nicht hilfreich das Ende vorwegzunehmen und mit einer Voice - Overstimme das vorangegangene zu erzählen, um das vermeintliche Ende (??), also das des wirklichen Filmes, wiederrum ganz anders enden zu lassen, obwohl man als Zuschauer die ganze Zeit glaubte, einer geständnisvollen Nacherzählugn beizuwohnen.
Wen das nicht stört bekommt aber immerhin die typischen Zutaten, die so ein eigentlich eher belangloser Film braucht:
Ein paar entblösste Brüste, meist schöne nackte Körper (sehen wir mal von der Konkurrenzpuffmutter Ebenholz ab), psychodelische Klimpermusik, idyllische Kulissen und Lina Romay in einer wie immer fabelhaften Rolle. Dennoch bleibt der Film sicher nicht lange im Gedächtnis, denn ihm fehlt Logik, Höhepunkte und wirklich Biss, um dem Titel gerecht zu werden. Am Ende bleibt dann nämlich nur eine Sklavin...
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