Zunächst einmal wird man die Frage stellen, ob eine Filmkritik für ein Trash-Vehikel dieser Art denn überhaupt notwendig sei, und für den entscheidenden Großteil der Werke von Jess Franco wird man diese Frage wohl verneinen müssen. Erstens entzieht sich die in allen erdenklichen Aspekten amateurhafte Ausführung jeglicher koventioneller Kritik, und wahre Fans des Regisseurs, bzw. des Genres werden sich auch kaum durch Empfehlungen oder Verrisse dieser Filme beeinflussen lassen.
Im besonderen Fall von Die teuflischen Schwestern jedoch wird jenseits vom Trashfaktor ähnlicher Erzeugnisse ein ebenso bemerkenswertes wie auch merkwürdiges Element eingeführt (keine Zweideutigkeit beabsichtigt), das keinesfalls unkommentiert bleiben sollte.
Deshalb soll hier auch gar nicht erst auf den kläglich gescheiterten Versuch eines tiefgründigeren Drehbuchs, die unschlüssige Story, deren befremdliche inzestuöse Anklänge, die lachhaften Dialoge, die ständigen Kontinuitätsfehler, die wackelige Kameraführung, die endlosen Sexszenen, die kitschigen Sets, die steifen Darsteller (wieder keine Zweideutigkeit beabsichtigt) oder gar auf die Pannen bei der deutschen Synchronisation eingegangen werden.
Besagtes, merkwürdigstes Element dieses Filmes äußert sich erst durch die von Kurt Meinicke dargestellte Figur, die sich selbst später als "Joe" identifiziert.
Schon beim ersten Auftreten dieses Charakters nämlich, kommt man nicht umhin eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem damaligen Formel1 Weltmeister Niki Lauda festzustellen, sowohl in den Gesichtszügen Meinickes, als auch durch die exakt selbe Frisur, für die Lauda bekannt war.
Der Verdacht, der zunächst als eine reine Modeerscheinung der Zeit abgetan werden könnte, manifestiert sich aber spätestens dann, als die Figur in einer Szene dann tatsächlich Niki Laudas rote Rennjacke trägt (komplett mit den Emblemen von Marlboro, Agip und der österreichischen Raiffeisen Bank) und diese auch bis zum Ende des Filmes nicht mehr auszieht.
Eine Absicht den Darsteller optisch an den Rennfahrer anzugleichen ist nicht mehr zu leugnen, die Frage die nun unvermeidlich aufkommt, ist die nach der Absicht hinter dieser Absicht.
Die mögliche Argumentation, Lauda sei damals als potentielles Sexsymbol gehandelt worden, erscheint dabei aber ebenso unschlüssig und absurd wie dieser Film selbst.