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Waren sie schon einmal im Südosten der Vereinigten Staaten? Wo Moos düster von den Bäumen hängt, Alligatoren ihr Unwesen treiben, die Toten in steinernen Sarkophagen beigesetzt werden und verfallene Villen von der vergangenen Glorie des Südens zeugen? Vor dieser morbiden Kulisse ist "Der verbotene Schlüssel" angesiedelt, in dem sich die eher auf Komödien spezialisierte Kate Hudson von einer ganz anderen Seite zeigt.

Tief in den Sümpfen von Louisiana existiert ein Generationen alter Kult, der einst von Sklaven aus der Karibik mitgebracht wurde – Voodoo. Die Krankenschwester Caroline Ellis (Kate Hudson) gehört allerdings nicht zu denen, die ihre Zeit mit Aberglauben verschwenden. Alles, was sie will, ist so schnell wie möglich das Geld für die Ausbildung zur Krankenschwester zusammenbekommen – auch wenn das bedeutet, dass sie auf einer entlegenen Villa im Mississippi-Delta arbeiten muss, wo die Einheimischen zu geheimnisvollen Praktiken und dunklen Zeremonien neigen. Das heruntergekommene Anwesen ist das zu Hause von Violet (Gena Rowlands) und Ben Devereaux (John Hurt), einem alten Ehepaar, das sich sehr geheimnisvoll benimmt. Caroline lässt sich davon nicht abschrecken – ihre Aufgabe ist es, sich um Ben zu kümmern, der einen Schlaganfall erlitten hat. Um Caroline ihre Arbeit im Haus zu erleichtern, gibt Violet ihr einen Generalschlüssel, der ins Schloss einer jeden Tür des Hauses passt – einschließlich der, die zum verbotenen Dachboden führt. Nach einigem Zögern schaut sich Caroline auch dort um und entdeckt Gegenstände, die ganz offensichtlich mit dem Kult in Verbindung stehen, an den Caroline nicht glaubt. Dann jedoch passieren seltsame Dinge im Haus und mit Ben, die sich nicht erklären lassen. Je mehr Caroline diesen merkwürdigen Vorkommnissen auf die Spur kommen will, desto tiefer wird sie in die dunklen Mysterien des Hauses hineingezogen, und ein schreckliches Vermächtnis trifft zu tage.

Seien wir ehrlich – Voodoo-Zauberer haben uns einige gruselige Kinostunden beschieden, vielleicht sogar einiges der gruseligsten überhaupt. Ob in John Schlesingers Das Ritual oder Alan Parkers Angel Heart. Das routiniert geschriebene Drehbuch von Ehren Kruger ("The Brothers Grimm") hat noch Elemente aus Rosemarys Baby und einigen weiteren Klassikern des Horrorgenres hinzugemixt und entstanden ist dabei ein hochkarätiger Horror-Streifen, der vor eindrucksvoller Kulisse angesiedelt ist und nicht auf vordergründige Schockeffekte, sondern auf subtilen Schrecken setzt.
Das Drehbuch kann einen auf wunderbare Weise fesseln. Denn der Film hat den Ort – New Orleans und den tiefen Süden – grandios zum Leben erweckt und eine düstere, tolle Stimmung erzeugt. Auch das Thema des Alterns, das vielen Menschen ziemliches Unbehagen bereitet, wird hier auf sehr interessante Weise behandelt. Der psychologische Horror ist faszinierend, denn er spricht unsere Wahrnehmung, unsere Vorstellungskraft an. Und oft ist das, was sich unserer Vorstellung abspielt, ja viel furchterregender als die Dinge die man sieht.

Dass dies in "Der verbotene Schlüssel" so gut funktioniert, ist einerseits der gekonnten Inszenierung Iain Softleys zu verdanken, der vorher u.a. "K-Pax" mit Kevin Spacey gedreht hat. Auch die stimmungsvollen Bilder tragen viel zur Atmosphäre bei. Unter die Haut geht die gruselige Geschichte aber auch wegen der hervorragenden Darsteller. Die Altstars John Hurt und Gena Rowlands liefern eine eindrucksvolle Vorstellung ab, und Kate Hudson durfte sich nach romantischen Komödien wie "Wie werde ich ihn los – in zehn Tagen" oder "Liebe auf Umwegen" mal so richtig austoben.

Fazit: Regisseur Iain Softley inszenierte mit "Der verbotene Schlüssel" einen tollen Horror-Thriller mit Gänsehaut-Garantie, der genau richtig für schwüle Sommer-Nächte ist.

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