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Herrlich… wie lange ist es her, dass man einen solchen Horrorfilm aus der Traumfabrik Hollywood sehen durfte? „Der verbotene Schlüssel“ ist tatsächlich überraschenderweise wieder eine kleine Perle aus dem Horror-Genre, die gegen den Strom der Japan-Grusel-Remakes schwimmt und tatsächlich auf voller Linie funktioniert.

Caroline (Kate Hudson) hat die Nase voll von ihrer Tätigkeit in einer sterilen Pflegeanstalt und beginnt einen neuen Job in den Sümpfen Louisianas als Pflegerin des kranken Ben (John Hurt). Gemeinsam mit Ben und dessen Frau Violet (Gena Rowlands) lebt sie in einem alten Herrenhaus, das wohl von mehr als nur den dreien bewohnt wird. Zunächst will Caroline nicht so recht an den Spuk glauben, doch es ereignen sich immer seltsamere Vorfälle, die alle im Zusammenhang mit einem mysteriösen Raum auf dem Dachboden des Hauses stehen.

Danke, Iain Softley! Anders kann man es nicht sagen, der Regisseur hat uns hier endlich wieder einen Horror-Film der subtilsten Art beschert, der einfach in jeder Minute richtig Spaß macht. Und das auch noch mit einfachsten Mitteln. Man nehme ein bisschen Südstaaten-Flair, ein wenig von dem dort herrschenden Aberglauben, eine mysteriöse Pseudo-Religion, die an Zauberei glaubt, eine gut aussehende Hauptdarstellerin, die sich im Moment der größten Spannung immer für die falsche Tür entscheidet, und schon hat man ein Grundgerüst für einen unterhaltsamen Gruselfilm, der die Zuschauer zum Nägelkauen bringt. Ja, das ist Nervenkitzel pur. Kate Hudson macht ihre Sache ebenso gut wie die alte Miss Rowland als Violet; und selbst der von mir ansonsten eher stiefmütterlich behandelte Anti-Schauspieler Peter Sarsgaard schafft es, mir ein wenig Respekt ob seiner Leistung in diesem Film abzuringen. Dass es dann auch noch gelungen ist, ein Ende herbeizuzaubern, das überraschender nicht sein konnte, bringt dem „Verbotenen Schlüssel“ noch einen gehörigen Pluspunkt ein.

Sicherlich ist mit „Der verbotene Schlüssel“ kein Meilenstein des Genres gelungen, aber im in letzter Zeit vorherrschenden Einheitsbrei der Horror-Kunst ist dieser Film sicherlich ein Lichtblick und lässt darauf hoffen, dass sich die Regisseure und Drehbuchautoren des Genres für ihre zukünftigen Projekte ein wenig vom „Verbotenen Schlüssel“ abgucken. Ich hatte meine helle Freude an diesem Streifen und vergebe daher liebend gerne 8 von 10 Schlüsseln.

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