Orlando Bloom spielt einen jungen Turnschuh-Designer, der nach seiner Entlassung kurz vor einem Selbstmordversuch steht und durch den Anruf seiner Schwester, die ihm mitteilt, dass ihr Vater verstorben ist, davon abgehalten wird. Beim Flug zur Beerdigung lernt er eine Flugbegleiterin, gespielt von Kirstin Dunst kennen, die ihm hilft, sein Leben wieder in Ordnung zu bringen.
Als ich mit diesen Film angesehen habe, war ich fest davon überzeugt, ihn schon einmal irgendwo gesehen zu haben, aber im Kino gucke ich mir prinzipiell keine Liebes-Komödien an und in meiner DVD-Sammlung war er auch nicht zu finden und da es sich um die Premiere handelte, habe ich das Internet bemüht und festgestellt, dass "Elizabethtown" mehr oder weniger komplett von "Garden State" abgeschaut ist. Über die Beerdigung, bis hin zur skurrilen Frau, die das Leben der, nach innen verschlossenen Hauptfigur wieder in Ordnung bringt, doch während Zach Braff aus diesem Stoff eine amüsante und herzzerreißende Komödie macht, gelingt Cameron Crowe nicht sonderlich viel. Dabei hatte Crowe mit seiner starken Business-Komödie "Jerry Maguire", seiner noch stärkeren Tragi-Komödie "Almost Famous" und seinem genialen Verwirrspiel "Vanilla Sky" einen sehr guten Eindruck gemacht, und jetzt das. Zugegebenermaßen ist die Inszenierung schon stilsicher, die Musik passt zu jedem Zeitpunkt und teilweise bekommt er auch die typische Wohlfühl-Atmosphäre auf die Reihe, von der auch "Garden State" lebte. Die Kulisse des kleinen Vororts ist ebenfalls gut eingefangen und seinen Hauptdarsteller Orlando Bloom setzt er auch ganz gut in Szene, aber das war's dann auch. Er bekommt den episodenhaft erzählten Film nicht sonderlich unterhaltsam auf die Leinwand und langweilt mit seinem langsamen Tempo und bekommt die einzelnen Handlungsstränge nicht so richtig verknüpft und lässt den ganzen Film damit verquer und differenziert wirken. Als Zuschauer kommt man damit zu keinem Zeitpunkt so richtig in den Film hinein, zumal Crowe zu keinem Zeitpunkt Spannung aufbauen kann. Tragi-Komödien sollten in aller Regel lustig und tragisch sein, aber bis auf zwei, drei gelungene Gags und ein paar kürzere emotionale Szenen funktioniert dies bei diesem, dramaturgisch überaus ungeschickt aufgebauten Film leider nicht. Cameron Crowe enttäuscht mit seinem Film also auf ganzer Linie.
Die Story, die ebenfalls von Crowe stammt, ist auch schwach. Mal davon abgesehen, dass sie von Braffs "Garden State" abgeguckt wurde, ist sie dennoch schlecht geworden, da man fast alles vorhersehen kann. Darüber hinaus ist die Charakterkonstruktion flach und skurril, womit einem als Zuschauer endgültig jeder emotionaler Bezug zum Film verloren geht. Vor allem bei der Beerdigung ist die Story wirklich so schlecht und der Humor so flach, dass der Film richtig peinlich wird. Die Beziehung zwischen Bloom und Dunst wird 2 Stunde lang ohne jeden Tiefgang abgespielt und zu allem Überfluss schleicht sich neben der Vorhersehbarkeit auch noch eine gewisse Monotonie ein. Die Story ist Müll und Crowe zeigt, dass er vielleicht doch nicht so gut ist, wie alle dachten.
Warum Orlando Bloom, der mit "Troja" und "Königreich der Himmel" zuletzt zwei ordentliche Monumentalfilme abliefert und das Sunnyboy-Image fast abgelegt hatte diese Rolle übernahm ist mit immer noch ein Rätsel. Er spielt alles in allem solide und zeigt mal wieder, dass er kein sonderlich hohes Potential hat und als Charakterdarsteller nur bedingt zu gebrauchen ist. Stellenweise gefühlskalt, stellenweise grenzdebil wandelt er durch diesen zerfahrenen Film und kann kaum überzeugen. Kirstin Dunst, die schon in "Verrückt/Schön" eine identische Rolle spielen durfte, kann voll und ganz überzeugen. Mit ihrem einzigartigen Lächeln, mit dem sie neben Cameron Diaz eine der besten Gute-Laune-Darstellerinnen ist, und ihrer aufgeweckten, schlagfertigen und sympathischen Art ist ihr die Rolle wie auf den Leib geschneidert. Warum Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon eine Rolle in diesem schwachen Film übernommen hat ist ebenfalls fraglich, aber sie verkauft sich ganz gut, genauso wie Alec Baldwin, der in seiner Paraderolle als aalglatter Geschäftsmann mal wieder brilliert. Der übrige Cast ist solide.
Fazit:
Mit einer schwachen Story und einer verqueren Inszenierung, die zwar stilsicher gelungen ist, dafür aber ohne roten Faden mit mehreren Handlungssträngen zusammenhangslos auf das Ende zuläuft enttäuscht Cameron Crowe nach einem guten ersten Eindruck auf ganzer Linie und auch Orlando Bloom kann kaum überzeugen. Zu allem Überfluss ist das ganze auch noch bei "Garden State" abgeschaut.
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