Review
von Alex Kiensch
Drew (Orlando Bloom) ist ein junger, aufstrebender Schuhdesigner - der gerade einen Auftrag für eine gigantische Firma komplett vergeigt hat. Während er sich mit Selbstmordgedanken trägt, ruft seine Schwester an, um ihm zu erzählen, dass ihr Vater gestorben ist. Drew muss in dessen Heimat in Kentucky fahren, um die Beerdigung zu organisieren und die sterblichen Überreste seines Vaters nach Hause zu holen. Er trifft auf eine chaotische Familienbande, verschiedenste Hindernisse - und die hinreißende Stewardess Claire (Kirsten Dunst).
"Elizabethtown" ist eine ebenso sensible wie lebensfrohe Komödie über den Umgang mit Verlusten und Niederlagen, Hoffnung und Liebe. Anders als die meisten Genre-Kollegen der Neuzeit verzichtet er dabei größtenteils auf allzu derbe Gags, was eine Atmosphäre von Ruhe und Gelassenheit entstehen lässt. Niemals wird der Film hektisch oder übertrieben und erzeugt damit eine Entspanntheit, die sich auch auf den Zuschauer zu übertragen vermag. Auch gelingt es ihm hervorragend, in unterhaltsamen Dialogen die komplizierten Emotionen der Protagonisten ohne übermäßige Melodramatik zu vermitteln. So entsteht eine kleine, angenehm unaufdringliche Hymne an die Schönheit des Lebens.
Einen nicht zu vernachlässigenden Anteil an der Überzeugungskraft der Story hat dabei auch die erstklassige Besetzung. Neben den beiden Hauptdarstellern, die sonst aus Blockbustern wie "Der Herr der Ringe" und "Spider-Man" bekannt sind, glänzen auch Alec Baldwin in einer kurzen, aber einprägsamen Rolle als Drews Boss Phil und Susan Sarandon als vom Tod ihres Mannes aus der Bahn geworfene Mutter. Sie sorgen zusammen mit den herzhaft skurrilen Familienmitgliedern der väterlichen Seite für die gelungenen Gags des Films, die jedoch zu keinem Zeitpunkt im Mittelpunkt stehen, sondern stets genug Platz für die feinfühlige Annäherung zwischen Drew und Claire lassen.
Man kann "Elizabethtown" vorwerfen, dass er ein wenig zu lang geworden ist. Szenen wie Susan Sarandons Abschieds-Monolog auf der Beerdigungsfeier und die ebenso umständliche wie konstruiert wirkende Schlusssequenz, in der Drew durch mehrere Staaten reist, um Claire wieder zu sehen, ziehen den Film unnötig in die Länge. Davon abgesehen überzeugt er jedoch als einfühlsame und lebensbejahende Romanze auf ganzer Linie - und das meistens, ohne auf den hollywood-typischen Anteil von Schmalz zurückgreifen zu müssen.