kurz angerissen*
Rathbone ermittelt im Herrenhaus, ach was ist das schön! Erinnerungen an den ersten und bis dahin immer noch besten Film der Reihe werden wach, die Atmosphäre strömt langsam zurück in den Körper, der von allzu penetranten Modernisierungsversuchen ausgemergelt schien.
Gerade nach „Die Verhängnisvolle Reise“ ist der Kontrast erschlagend. Einmal noch das Kapitol und das Washington Monument bei bestem Wetter aus dem Flieger beobachtet, führt man uns nun wieder zurück in die hohen, kühlen Gemäuer eines alten Gebäudes bei Nacht und verbarrikadiert uns mit den Leichen Unglückseliger. Noch dazu die Verwandlung Nigel Bruces, der im Vorgänger nutzloser Tourist war und diesmal szenenweise regelrecht autoritär herüberkommt.
Dass auf NS-Bezüge fast vollständig verzichtet wird, kommt derweil der Spannungsdichte zugute und ermöglicht autarke Rätsel im besten Adventure-Stil, so etwa eine Schachpartie auf großen Bodenfliesen, die wie die gesamte Kulisse ein bildhafteres Betrachten ermöglichen. Selbst auf Holmes Schlussfolgerungsfähigkeiten scheint dies positive Wirkung auszuüben, denn er wirkt bei weitem nicht mehr so angestaubt wie noch vor zwei, drei Filmen. Die Auflösung des Whodunit dreht nach einer knackigen Stunde noch ein, zweimal den Spieß und lässt das Gefühl zurück, dass Universal den Dreh jetzt endlich heraushaben könnte.
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