Review

kurz angerissen*

Na jetzt geht’s aber los! Wer dachte, dass Universal dauerhaft Gefallen finden würde an der durchaus geglückten Rückkehr in die viktorianischen Kulissen von „Gespenster im Schloss“, der wurde im Jahr darauf bereits eines Besseren belehrt. „Das Spinnennest“ ist vollkommen zeitloses Genremischwerk – ein Novum für die Reihe, die bislang nur alte Schlösser oder moderne Zeitbezüge kannte.

Und noch dazu ist Roy William Neills nunmehr vierte Holmes-Regiearbeit in ihrer wilden Mischung überaus wohlgelungen. All die Elemente, denen in vergangenen Beiträgen der Serie manchmal keine richtige Verknüpfung mit dem Herzen der Handlung vergönnt war, werden plötzlich funktionstüchtig; so darf sich Watson endlich zu seinem wahren Wesen bekennen, indem er Auslöser einer formidablen Slapsticksequenz wird, und Holmes’ selbst wird vom zugrunde gelegten Fall auch wirklich mal zu seinen Schlussfolgerungen gedrängt. Ja, selbst der Titel ist nicht einfach nur symbolisch zu verstehen, nein, vielmehr wird eine der berühmtesten Sequenzen der James-Bond-Reihe um eine Spinne als hinterhältiges Mordinstrument bereits vorweggenommen. Darüber hinaus bringt Gale Sondergaard frischen Wind in die von ewigen Auftritten des Erzfeindes verwebten Gegnerreihen.

So hat es Spannung bis zum Thrill, Humor bis zum Schenkelklopfer und… ja, einen runden, zufrieden stellenden Abschluss nach einer verrückten Irrfahrt durch falsche Fährten und Wendemanöver binnen einer Stunde, die nach allen Regeln der Kunst vollständig genutzt wird.
Vielleicht der bis dato beste Film, weil das Studio ein neuerliches Manöver wagte, von dessen Gelingen es eigentlich nichts wissen konnte.

*weitere Informationen: siehe Profil

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