"Score" - der japanische "Reservoir Dogs" ....... naja, schau'n ma mal.
Der Profi-Dieb Chance wird durch Mithilfe des "Schakals", eines Gangsterbosses, vorzeitig aus dem Knast entlassen. Seither steht er aber in seiner Schuld und muss eine Bank nach der anderen leer räumen. Dann erteilt "der Schakal" Chance einen letzten Auftrag, nach welchem seine Schuld getilgt sei : er soll mit drei anderen Gangstern einen Juwelier überfallen.
Der Überfall klappt (und ist ganz im Tarantino-Style ;-) und die Truppe macht sich auf den Weg zu dem geheimen Treffpunkt, den sie mit dem "Schakal" vereinbart haben.
Zufällig stößt aber das Gaunerpärchen Saka und Tien auf die Spur der Gangster, wittert die Chance an Kohle zu kommen und macht der Gang die Bräute abtrünnig.
Ein erbitterter Kampf zwischen Gangstern und dem Pärchen um die Juwelen entfacht. Denn sollte der Schakal die Klunker nicht kriegen, wäre das Todesurteil der Gang besiegelt.
Aber auch innerhalb der Gang kommt es zu Streitigkeiten und plötzlich kann keiner keinem mehr trauen ...
Ok, letzteres (die Gangster die einander in die Haare kriegen und sich dann gegenseitig zerfleischen) ist dem Tarantino-Streifen sehr ähnlich, aber keinesfalls gleich, sondern ... wie soll man sagen ... sehr gut übernommen und "erweitert".
"Die Gangster die sich nach einem Coup in einer Fabrikhalle treffen und auf den Boss warten", das ist "Reservoir Dogs".
"Score" enthält aber nicht nur Tarantino-Elemente, sondern auch etliche "Hard Target"- und somit John Woo-Elemente (z.B. den Pfeilgeschossen und der Ballerszene durch die Glasscheiben), wobei hier die Woo-typischen Shoot-Outs an Brutalität noch um einiges übertroffen werden.
Genauer genommen kann man hier (auch in Zeitlupe) die ungefähr blutigsten Einschüsse der Filmwelt bestaunen (z.B. einer sehr harten PumpGun-Szene mit literweise Blut), wogegen alle Woo-Kracher voll einpacken können.
Actionmäßig ist "Score" also eine absolute Bombe.
Aber Action alleine macht ja bekanntlich noch keinen Film aus und genau in diesen anderen Bereichen gibt's bei "Score" schon ein bisschen was zu bemängeln.
Die Story ist an sich gut umgesetzt, weist jedoch deutliche Spannungslücken auf, die durch das ewige Hin und Her der Tasche mit den Juwelen entstehen. Mal hat sie das Pärchen, mal hat sie ein Gangster, mal luxt sie der eine dem andern Gangster ab .... usw.
Das ganze Trara um die Klunker ist nur vermindert spannend, wobei aber stets etwas "Unvorhergesehenes" passiert, womit man als Zuschauer bei Laune gehalten wird.
So richtig coole Gangster-Atmosphäre kommt aber nicht auf und, um den Vergleich zum Tarantino-Film abzurunden, die Lässigkeit eines "Mr. Purple" erreicht hier keiner der Charaktere auch nur ansatzweise.
Ansonsten kann man "Score" aber kaum was vorwerfen. Die Schauspieler sind gut, Sets sind auch ok, das Ende ist sehr überraschend und gelungen ....
Fazit also : Ein Heroic Bloodshed wie er sein soll und Dank der sehr harten und blutigen Shoot-Outs ein MUSS für jeden Actionfan!!!
(Dass der Regisseur aber den hier gezeigten Gore noch übertreffen konnte, hat er mit "Junk" bewiesen ... auch sehr sehr sehenswert)