Uwe Ochsenknecht spielt einen Schalke-Fan, der neben dem Fußball keine Zeit für sein restliches Leben hat und seine Familie vernachlässigt. Schließlich verwettet er sein Haus darauf, dass Di Ospeo in der laufenden Saison noch ein Tor für Schalke schießen wird, doch als er diesen in einer Kneipe trifft und feststellt, dass dieser sowieso wechselt und keinerlei Motivation mehr hat, beschließt er den Fußballer zu entführen und zu trainieren.
Viele deutsche Komödien wie "Ballermann 6" oder "Manta, Manta" lassen sich durchaus als Bodensatz des Films bezeichnen, aber "Fußball ist unser Leben" ist definitiv um einiges besser, da man ausnahmsweise mal Ideen und Gefühl statt billigen Slapstick in den Film einfließen lässt. Zunächst einmal ist die Idee um den Fußballfan, der einen Spieler seiner Mannschaft entführt nicht schlecht und auch die Handlung, die um den Plot gestrickt wurde ist solide und überrascht gelegentlich, da man wenigstens stellenweise auf diverse Stereotypen verzichtet und somit immerhin ein paar unvorhersehbare Wendungen in den Film mit eingebaut hat. Die Charaktere haben nicht sonderlich viel Tiefe, da man sich dann doch eher dem Klischee des pöbelnden Ruhrpot-Proleten und Fußballfans bedient. Dafür gelingt es durch die eine oder andere geschickte Wendungen dennoch, einen Ansatz von Dramatik aufzubauen, auch wenn das Ende kaum vorhersehbarer sein könnte. Ich persönlich finde es aber ein bisschen bedauerlich, dass alle Fußballfans in diesem Film als nahezu Verrückte dargestellt werden und der Blick auf den Sport nicht sonderlich realistisch und vielschichtig gelungen ist.
Regisseur Tomy Wigand, ein eher durchschnittlicher deutscher Regisseur, der bisher meist durch TV-Produktionen in Erscheinung treten konnte, leistet alles in allem solide Arbeit. Das Erzähltempo ist genau richtig, sodass der Film die ganz Zeit über ein bisschen Dramatik aufbauen kann und zu keinem Zeitpunkt auf der Stelle tritt. Zum Ende hin kann er die wohlige Atmosphäre aufbauen, die man von Filmen des Genres erwartet und bringt das Happy End ohne extremeren Gefühlskitsch über die Bühne. Es gibt nicht ganz so viele Gags, wie man sich erhofft hätte, dafür bleibt der Film somit aber relativ ernst. Die Filmmusik ist ebenfalls solide gemacht, auch wenn sie nicht sonderlich auffällig in Erscheinung tritt. Alles in allem liefert Wigand somit eine solide Komödie ab, die verglichen mit anderen deutschen Komödien auf jeden Fall sehenswert ist.
Uwe Ochsenknecht verkauft sich mit Perücke als Fußball-Fanatiker ganz gut und zeigt erneut, dass er zu Recht zu den besten deutschen Darstellern gezählt wird. Einerseits ist es relativ ungewohnt Ochsenknecht in dieser Rolle zu sehen, andererseits spricht dies auch für seine Vielseitigkeit. Ralf Richter ist mit seiner rauchigen Stimme und seinem proletenhaften Aussehen geradezu prädestiniert für die Rolle des ständig betrunkenen Schalke-Fans und verkauft sich entsprechend gut. Oscar O. Sanchez macht als argentinischer Fußball-Star ebenfalls eine ganz gute Figur und auch der restliche Cast kann sich sehen lassen.
Fazit:
Mit einem guten Cast und einer, für deutsche Verhältnisse, starken Story gelingt Tomy Wigand eine sympathische und unterhaltsame Komödie, die stellenweise ein paar Gags mehr hätte vertragen können.
61%