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Eine Elfe mit Libellenflügel erwacht auf einer Lichtung im Wald. Ob des schönen sonnigen Tages beginnt sie gleich ein ausgelassenes Tänzchen, das dahin führt, dass das Märchengeschöpf sich die Kleider vom Leib reißt und nackig weitertanzt. Unweit entfernt erwacht leider ein Pan-ähnlicher Teufel aus seinem Schlaf und bemerkt das unbekümmerte Treiben. Er stellt der Elfe nach, wobei er als bald mit einer fast schon Viagra-haften Erregung zu kämpfen hat...

Der Kurzfilm "Nymphomania" von Teresa Hughes-Freeland ist in erster Linie eine knapp neunminütige Hommage an die deutsche Stummfilmzeit. Ohne Dialoge, dafür mit klassischer Musik unterlegt, huldigt der Streifen der expressionistischen Kunst, wie sie im Kino der 20er-Jahre zu sehen war. Dabei ist das Werk von Hughes-Freeland eher auf dem schmalen Grad zwischen Kunst und Trash anzusiedeln, denn obgleich einiger gekonnter Einstellung wirkt manches unfreiwillig komisch.

So hat der Teufel ganz offen erkennbar einen Besenstil zwischen den Beinen, der den gigantischen Phallus darstellen soll. Auch dem etwas unbeholfenen Tänzchen von Darstellerin Brook Adams hätte ein wenig Choreographie-Unterricht im Vorfeld gut getan. Zudem würde ich nicht soweit gehen, einen tieferen Sinn oder gar eine Message in "Nymphomania" zu suchen. Die Pornoelemente belassen es bei den Andeutungen. Es ist einfach ein recht originelles Kurzfilmchen, das ordentlich zu unterhalten vermag. Eine nette Fingerübung von interessantem Style - nicht mehr, nicht weniger. 6 von 10 Punkten.

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