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Sci-Fi-Fantasy-Hybride mit direktem oder indirektem Raubbau bei Jules Verne gab es immer wieder, „The Warlords of Atlantis“ ist ein recht typischer Film dieser Art aus den späten 70ern.
Die Handlung ist schnell umrissen: Findiger Professorenpapa ist mit seinem ebenfalls intellektuellen Sohn Charles (Peter Gilmore) und dessen technisch versiertem Kumpel Greg (Doug McLure) auf der Suche nach neuen Erkenntnissen. Mit Hilfe einer neuartigen Taucherglocke will man nach den Spuren von Atlantis suchen und zieht als Wegweiser eine goldene Statue aus dem Wasser, die das raffgierige Matrosenvolk gierig werden lässt. Der Fund wird natürlich von der Attacke des ersten Monsters, eine Tiefseedinosauriers, begleitet, damit es schön was zu gucken gibt während der sonst eher zahmen bis drögen Exposition.
Während die Matrosen noch das Schiff (und das Gold) an sich reißen wollt, krallt sich eine Riesenkrake alle an Bord Verbliebenen, Charles und Greg schmieren mit der Taucherglocke ab und kommen ebenso wie die Krakenverschleppten in Atlantis an. Gastfreundschaft wird da aber nicht besonders groß geschrieben…

Ein gewisses Faible für trashige, mit der heißen Nadel gestrickte Monsterschinken sollte man als Zuschauer bei „The Warlords of Atlantis“ schon mitbringen, denn mit erzählerischen Finessen ist es hier Essig. Innerhalb weniger Stunden kommt man in Atlantis an, wird festgesetzt (bzw. ein telepathischer Begabter wird von den Warlords von Atlantis kurz umworben), bricht kurz darauf wieder aus und darf dann noch ein paar Abenteuer auf der Flucht bestehen. Dementsprechend bleibt die Spannungskurve eher flach, ist die Handlung doch eine reine Folie für kleinere Actionszenen und vor allem Monsterattacken.
Dafür bekommt man Überstehen der Exposition die geballte Ladung Viehzeug serviert, quasi alle zehn Minuten krawallt neues Getier durch die Szenerie und macht sorgt dabei für den einen oder anderen Sach- wie Personenschaden. Fliegende Piranhas, Riesenkraken, Dinosaurier – hier konnte sich das FX-Team ordentlich austoben und trotz oft durchschaubarer Tricks (das Zusammenkopieren von Mensch und Viehzeug durch Rückprojektionen, offensichtlich unbelebte Gummitentakel) hat „The Warlords of Atlantis“ da schon reichlich (Billig-)Charme zu bieten, denn im Gegensatz zu den Drehbuchautoren beweisen die Maskenbildner und Effektspezis Kreativität.

Die restliche Action ist dagegen weniger eindrucksvoll, sich selbst durch die Gegend werfende Darsteller simulieren Turbulenzen in der Taucherkugeln, ein paar zahme, wenig spektakuläre Prügeleien sorgen für ein gewisses Maß an Gefäustel und dazu gibt es noch ein paar zahme Schießereien, wenn die Atlanten Jagd auf die fliehenden Abenteurer machen, aber das ist alles ohne große Halbwertszeit.
Ähnlich sieht es bei der Darstellerriege aus, die wohl durch die Bank weg kapiert hat, dass Gummi- und Pappmache-Monster hier das Hauptverkaufsargument sind. Dementsprechend wenig ist hier schauspielerisch los, beim Ringen mit Gummitieren sieht Doug McLure jedenfalls wenig engagiert aus und scheint sich an bessere Zeiten zu erinnern.

Für Nostalgiker und jüngere Zuschauer kann „The Warlords of Atlantis“ durchaus ein Fest sein und dürfte im Nachmittagsprogramm verregneter Sonntage für Freude sorgen, wirklich herausragend ist er unter den zig Monster Movies seiner Zeit aber nicht. Immerhin, die Tricks machen Laune und relativ zackig runtererzählt ist der Film auch, doch angesichts der wenig engagierten Leistungen von Darstellern und Drehbuchautoren auch nicht gerade umwerfend.

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