Was kann schon dabei rauskommen wenn Ice Cube bei einem Film verantwortlich ist für die Regie, das Drehbuch, die Produktion und auch noch drin mitspielt? Richtig, gar nichts. Auch wenn der Eiswürfel selbst zum Glück nur in einer Nebenrolle zu sehen ist, rettet das nicht viel vom durchweg negativen Gesamtergebnis. Die totale cineastische Katastrophe ist „The Players Club“ zwar nicht geworden, an Belanglosigkeit ist das Regie-Debüt des legendären Rappers allerdings kaum zu übertreffen. Nicht umsonst handelt es sich um eine Direct-to-Video Produktion und seither fungierte Cube nicht mehr als Regisseur…
Schauspielerisch kann man sich noch nicht mal groß beklagen, alle Beteiligten bemühen sich in ihren Rollen, auch wenn Lisa Raye deutlich überfordert ist in den emotionalen Sequenzen. In Nebenrollen sind Bernie Mac und der junge Jamie Foxx zu sehen und verleihen dem Film eine ziemlich prominente Note für eine derartige Produktion. Michael Clarke Duncan spielt einen Bodyguard und der berühmte Produzent und Musiker Master P. taucht ebenfalls kurz auf.
Ein weiterer Pluspunkt ist der Soundtrack, welcher stimmig wirkt und genug Abwechslung bietet. Das die Musik in einem solchen Film adäquat ist, überrascht aber kaum und ist im Prinzip schon selbstverständlich, bedenkt man aus welchem Kreis die Macher kommen. Sämtliche Charaktere sind völlig eindimensional und agieren klischeehaft, besonders der Gangster Dollar Bill wird von Bernie Mac ziemlich overactend verkörpert und leider fehlt es den meisten Personen an Glaubwürdigkeit.
Die an sich interessante Handlung wird verwässert durch einen behäbigen Erzählstil und das schwache Drehbuch von Ice Cube. Besonders schwach wirkt die haltlose Dramaturgie, welche keine Höhepunkte zu bieten hat und sich sehr unspektakulär entwickelt. Außerdem gibt es viele emotionale Szenen, allesamt unsensibel und kitschig inszeniert. Und hier liegt auch der große Schwachpunkt: In den witzigen Szenen kann „The Players Club“ durchaus unterhalten und die stilisierten Dialoge wirken manchmal schon recht gut. Natürlich leidet dieser Aspekt an der deutschen Synchronisation, viel geht allerdings nicht verloren.
Auch technisch bewegt sich der Film im unteren Durchschnittbereich und wartet leider nie mit Überraschungen auf. Kamera und Schnitt wirken uninspiriert und konventionell, stilistisch kupfert „The Players Club“ vor allem ab bei klassischer Blaxploitation und modernem Black Cinema. Den größten Einfluss hatte dabei offensichtlich John Singleton und leider trifft Ice Cube genau den Ton der schlechten Filme Singletons (z.B. „Poetic Justice“).
Bei welchen beiden Filmen deutlich abgekupfert wird, sowohl was Story als auch was Stil betrifft sind ganz klar „Showgirls“ von Paul Verhoeven und „Striptease“ von Andrew Bergman, beide ebenfalls künstlerische Totalausfälle und nicht unbedingt die besten Orientierungshilfen für einen erfolgreichen Film. „The Players Club“ reiht sich nahtlos ein in diese Versager-Kette, anscheinend ist das Strip-Business nicht unbedingt Garant für einen interessanten Film. Unbedingt schlechter als seine beiden Vorbilder wirkt die schwarze Variante aber auf keinen Fall, schon alleine weil es sich nicht um eine Hochglanz-Kinoproduktion handelt.
Darüber hinaus ist auch die Atmosphäre plump kreiert und verfehlt ihre Wirkung eindeutig, ähnlich wie in Eddie Murphys einziger Regiearbeit „Harlem Nights“. So bleibt letztendlich ein ansehbarer Film mit etlichen eklatanten Schwächen, der keinen sonderlichen Eindruck hinterlässt und ganz schnell wieder verblasst. Wie für eine solche Produktion üblich wird mit Sex und Gewalt sehr moderat umgegangen und nicht zuletzt deshalb büßt die Geschichte an Intensität ein.
Fazit: Nur für eingefleischte Fans empfehlenswert, ansonsten vollkommen uninteressantes Black Cinema der unteren Schublade. Ice Cube hat’s nun mal einfach nicht drauf und sollte sich entweder auf die Musik konzentrieren oder sich zur Ruhe setzen, mit Filmen wird das wohl nichts mehr werden.
3,5 / 10