Menahem Golan und Yoram Globus wandeln auf den Spuren von "Indiana Jones", was ihnen mit dem sehr unterhaltsamen Erstling noch gelang. Doch "Quatermain II - Auf der Suche nach der verlorenen Stadt" ist davon meilenweit entfernt, obwohl Gene Quintano (Loaded Weapon 1, Sudden Death) wieder das Drehbuch verfasste. Dabei hielt man sich an die Romanvorlage H. Rider Haggard, der den Abenteurer Allan Quatermain Ende des 18. Jahrhunderts erfand. Doch dank es zusätzlich unfähigen Gary Nelson (Das Schwarze Loch, Shooter - Reporter in der Hölle) werden hier nur namhafte Darsteller verheizt, Sharon Stone (Basic Instinct, The Specialist) brachte ihre Kreischrolle sogar die Goldene Himbeere ein.
Der Abenteurer Allan Quatermain (Richard Chamberlain) und Jesse Huston (Sharon Stone) haben ihre Hochzeit schon fest geplant, da läuft ihnen ein verletzter Mann in die Arme, welcher etwas von der goldenen Stadt faselt. Dort verschwand das Expeditionsteam um Quatermains jüngeren Bruder Robeson (Martin Rabbett) spurlos. Also macht er sich zusammen mit Jesse, dem Krieger Umslopogaas (James Earl Jones) und dem geldgierigen Swarma (Robert Donner) sofort auf die Suche nach der geheimnisvollen Stadt. Nach der Überwindung zahlreicher Gefahren wird er fündig, doch die Stadt wird von Agon (Henry Silva) und seinem Kult regiert. Immerhin trifft Quatermain auf Robeson und zusammen beschließen sie die Stadt von ihrem Elend zu befreien.
Es ist traurig wie sehr dieser Schnellschuss zum Vorgänger abgebaut hat. Auch die Story ist sehr ähnlich, leider noch simpler gestaltet. Dies wusste J. Lee Thompson mit viel Action und witzigen Einfällen (großer Kochtopf) geschickt zu übertünchen, hier gibt es kaum nennenswerte Szenen und der doofe Humor geht voll nach hinten los. Schon die Einleitung kommt einer Schlaftablette gleich, wenn es in der ersten halben Stunde gerade mal eine kleine Prügelei geben darf. Schließlich liegen Allan und Jesse noch im Clinch, denn die geplante Hochzeit muss wegen der Suche nach Robeson abgesagt werden. Natürlich hat es auch bisher niemand lebend zur goldenen Stadt geschafft, die witzigerweise mitten in der Einöde liegt. Aber der Krieger Umslopogas mit seiner überdimensonal großen Axt meldet sich freiwillig, fraglich ist jedoch warum man den vertrottelten Swarma mitnimmt. Der soll wohl mit seinen dummen Sprüchen und seinem ewigen Gejammer als eine Art Sidekick funktionieren, was furchtbar nach hinten losgeht. Es dauert nicht lange, da würde man ihn für sein dummes Gequatsche am liebsten zum Mond schießen. Wenn sich Allan und Anhang dann endlich mal auf den Weg machen, kommt zumindest ein gewisser Unterhaltungswert auf, denn es gilt einige Gefahren zu überwinden, bis man bei der goldenen Stadt landet.
Da wäre dieser Gang wo sich der Boden teilt, ein paar wilde Eingeborene, eine Wildwasserfahrt durch die enge Grotte, ein Angriff von übergroßen Schlangen, nebst einer Feuerwand die komischerweise aus dem Wasser kommt. Der Zuschauer kommt dabei in den Genuss von grottigen Effekten, die es erstmal zu verdauen gilt. Doch dies war noch der interessante Part von "Quatermain II", denn kaum ist man in der Stadt angekommen, herrscht wieder Ereignislosigkeit. Nur der selbsternannte Priester Agon sorgt für Ärger mit seinen Menschenopfern, sein Hobby ist irgendwelche Sklaven in heißes Gold zu tauchen, um sie dann als Statuen aufzustellen. Natürlich Ehrensache für Quatermain die Stadt von diesem Terrorregime zu befreien, was folgt sind ein paar lausige Kämpfe und warum verlässt Agon eigentlich die Stadt, um sie dann von außen anzugreifen? Er hat doch innen auch seine Leute und hätte viel besser einen Angriff starten können. Auch der gierige Swarma wechselt zwischendurch die Seiten, schließlich hält Agon Quatermain für einen Gott, da er Pistole, Dynamit und diese seltsame Schutzweste nicht kennt. Auch das Finale bleibt ziemlich armselig, die Kämpfe weisen keine Choreographien oder Höhepunkte auf. Auch Richard Chamberlain (Der Mann mit der eisernen Maske, Flammendes Inferno) lässt drastisch nach, seine als Onliner gewollten Sprüche sind einfach nur doof, während sich Sharon Stone auch nur mäßig durchkreischt. James Earl Jones (Conan - Der Barbar, Die Stunde der Patrioten) ist dermaßen unterfordert und ganz bitter wird es für Henry Silva (Cusack - Der Schweigsame, Nico) der sich mit seiner lausigen Frisur zum Affen macht.
Eine Enttäuschung auf ganzer Linie, immerhin hat man den gelungenen Score von Jerry Goldsmith übernommen und Simbabwe als Kulisse macht einiges her. Aber die schlechten Spezialeffekte, dieser oft kindgerechte Humor und die vorhersehbare Story machen es dem Zuschauer nicht leicht. Es mangelt an guten Ideen, Choreographien für die wenigen Actionszenen und vor allem an Spannung. Dennoch vermag man sich aufgrund des schon trashigen Charakters noch einigermaßen unterhalten fühlen, trotzdem kein Wunder warum kein weiteres Sequel mehr folgte.