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Die Sängerin Whoopi Goldberg will gegen ihren Ex-Freund, den Gangster Havey Keitel aussagen, weswegen sie im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms in einem Nonnenkloster untergebracht wird. Dort bringt sie einen frischen Wind ins Kloster, vor allem in den Chor, wodurch sie die Kirche füllt und sogar dem Papst imponiert.
Die Handlung ist für eine Komödie mittelmäßig. Es gibt die üblichen schrägen und liebenswerten Charakteren und der Film ist sich für kein Klischee zu Schade. Die Obernonne ist selbstverständlich sehr konservativ und kann Goldberg überhaupt nicht leiden. Das Kloster wird ebenfalls klischeehaft dargestellt und der plötzliche Umbruch, den Goldberg verursacht ist natürlich viel zu reibungslos. Dazu kommt noch der dämliche Versuch den Film durch Keitel ins Gangster-Genre zu verfrachten, der ebenfalls an seiner Vorhersehbarkeit, Naivität und Klischeehaftigkeit scheitert.
Der Anfang des Films ist ordentlich gelungen, da der Film ohne lange Umschweife direkt zur Sache kommt. Der Mittelteil verläuft viel zu glatt und wendungslos aufs Ende zu und enthält kaum lustige Stellen. Das Ende ist dann wirklich lustig und sehr rasant, wodurch es sehr gut unterhalten kann; warum nicht gleich so?
Der Humor besteht hauptsächlich in Goldbergs weltlichen Umgang mit den geistlichen Nonnen. Wie so oft werden leider einige Witze durch Goldbergs übertriebene Darstellung im Keim erstickt, doch beim Finale stört auch dies nicht mehr. Ein Teil der Gags ist ziemlich alt und soll wohl lustig wirken, weil man die üblichen Flachwitze in Gegenwart von Nonnen bringt, aber wirklich dreist ist der Film leider nicht.
Die Filmmusik ist sehr gut gelungen. Vor allem im Mittelteil und am Ende lebt der Film hauptsächlich von der Musik. Es wird gezeigt, dass auch Kirchenlieder einen bestimmten Reiz haben können und als Musik für einen Blockbuster taugen können. Die Lieder sind mit passenden Einlagen gut unterlegt.
Whoopi Goldberg spielt gut, auch wenn einige Witze an ihrer übertriebenen Darstellung scheitern. Dennoch ist Sister act für Goldberg ein weiterer Schritt nach unten, auf dem Weg vom Oscar für "Ghost -Nachricht von Sam", bis hin zu ihrer gescheiterten Serie. Harvey Keitel spielt wie immer sehr gut, hat leider eine klischeehafte und überflüssige Rolle und einen zimlich kurzen Part. Die übrigen Nebendarsteller sind solide, teilweise gut.
Zusammenfassend ist "Sister act" eine mittelmäßige Komödie, die durch ihre Filmmusik und ihr ordentliches Ende gut unterhalten kann, aber leider durch die hohe Vorhersehbarkeit und Klischeehaftigkeit vor allem im Mittelteil nicht zünden kann.

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