Der Künstler Nacho ist bei seinen Freunden nicht gerade beliebt, seine arrogante Art macht ihn sogar zum Opfer eines gemeinschaftlichen Mordes der jungen Leute. Vier Jahre später findet die Polizei ein Indiz und rollt den Fall noch einmal auf, mit forscher Skepsis begegnet der Ermittler Inspector Adolfo Quintana dem ehemaligen Freundeskreis. Schließlich kehrt die Gruppe an den Ort des Verbrechens zurück, bevor sich die Dinge für Ivan und damit auch für seine Freundin Clara überschlagen und er schließlich glaubt, den toten Nacho getroffen zu haben... Was erst so einfältig beginnt, wie ein billiger Racheslasher der Marke "Todesparty" oder "Prom Night" bzw. wie einer der kassenträchtigen Teenieslasher neueren Datums wie "Ich Weiß Was Du Letzten Sommer Getan Hast", entwickelt sich im weiteren Verlauf zu einem Mysterystreifen mit einem zumindest interessanten Gedankenkonstrukt. Hinter den amerikanischen Abziehbildchen müssen sich die spanischen und zumeist recht unbekannten Jungdarsteller gewiss nicht verstecken, da die in der gleichen Kreischklasse spielen, wie die oben genannten Kollegen, punkten können zudem die Thrillerelemente, die sich auch optisch mit ihrem aufgeräumten Produktionsdesign sehen lassen können. Nicht bloß die Polizeiarbeit schwebt über den verunsicherten Studenten, sondern vielmehr die Ungewissheit, wieso gerade ihr verschwiegener Kreis dezimiert wird, ein banal klingender Plot, der seine Stärken auf einer zweiten, irrealen Ebene ausspielt. Sobald "Art Of Dying" eben jene Horrorschiene mehr und mehr verlässt, bekommt das Rätselraten um die Mordserie eine ganz neue Qualität. Wenn allerdings schon der Titel mit "Die Kunst des Sterbens" dem apokalyptischen Meister Hieronymus Bosch entliehen ist, wünschte man sich etwas mehr Kreativität bei den Abgängen, denn die sind weder spannend, trickreich noch blutig inszeniert, schade. Da wäre angesichts der postmodern angedeuteten Atmosphäre mehr drin gewesen, so bleiben als einzige beängstigende Momente die Mysteryelemente. Und mag die Aussage mit ihrem erhobenem Zeigefinger moralisch ganz richtig gemeint sein, ist das nicht immer fesselnd, bis der Plottwist endlich zupackt. Slasherfans finden zwar anfänglich Versatzstücke ihres Genres, brauchen aber ansonsten gar nicht erst reinschauen.
Fazit: Die subtilen, hyperrealen und doch traumartigen Fiktionen , die Regisseur Álvaro Fernández Armero ganz gekonnt erst unauffällig und dann immer deutlicher zum Mittelpunkt macht, sind zumindest einen Blick wert, so düster wie bei den spanischen Kollegen "Second Name" oder "The Nameless" geht es nicht zur Sache. 4/10 Punkten