Professor Roch hat einen Super-Sprengstoff entwickelt, der die Energiegewinnung revolutionieren soll, aber auch, in den falschen Händen, die Menschheit ins Verderben stürzen kann. Eine Piratenbande versucht sich dieser Erfindung zu bemächtigen. Der Ingenieur Hart, Assistent des Professors, versucht dies zu verhindern. Auf einer Felseninsel, dem Schlupfwinkel der Piraten, kommt es zum dramatischen Finale.
Soweit, wenn auch stark vereinfacht, die narrativen Gegebenheiten dieser Jules-Verne-Verfilmung.
Doch die Handlung wiederzugeben, reicht bei weitem nicht aus, um diesen wundervollen Klassiker zu beschreiben, der für mich zu den schönsten Werken des phantastischen Filmes überhaupt zählt.
Karel Zeman läßt seine Schauspieler in stilisierten (schwarz/weiß-)
Bildern agieren, die den bekannten zeitgenössischen Illustrationen der Verne-Bücher nachempfunden sind. Er geht jeder realistischen Illusion aus dem Weg und kreiert eine ebenso einzigartige wie tricktechnisch verblüffende Verfilmung, die den utopischen Charakter der Vorlagen einfängt, wie es weder vor- noch nachher jemals wieder gelungen ist.
Dabei durchzieht den gesamten Film auch ein liebevoll-geistreicher Humor, etwa wenn sich der Professor von einem Kranarm einen Bleistift reichen läßt; oder die Piraten, die auf dem riesigen Kanonenrohr stehen, nochmal mit dem Reisigbesen drüberfegen.
Doch die visuellen Höhepunkte sind zweifllos die Unterwasser-Szenen. Dort wimmelt es nur so vor hübschen Einfällen, seien es nun die Meerestiere samt Krake, die U-Boote mit Schwimmflossen, die Unterwasser-Fahrräder mit Klingel oder die Bergung gesunkener Schätze - Zemans Meeresboden ist eine tricktechnische Spielwiese voller amüsanter und erstaunlicher Details.
Der tschechische Regisseur hat hier nicht nur Jules Verne, sondern sicherlich auch seinem erklärten Vorbild Georges Melies, ein Denkmal gesetzt, das mich heute noch genauso fasziniert, wie bei der TV-Ausstrahlung vor 20 Jahren.
10/10