Review

Inhalt:

China in einer früheren Epoche. Wei Fu Chang (Chang Yi) ist der Holzfäller der Stadt Pei Ho.
Bei seiner Arbeit, wird er von 3 Reitern nach dem Weg gefragt..., und Wei Fu gibt Auskunft. 
Zum "Dank" wird ihm von einem der drei Männer ein Pfeil in den Arm geschossen.

Bei den dreien handelt es sich um skrupellose, brutale Gangster: Yang Chang (Ku Feng), der eine Doppel-Axt mit sich führt, der Schwertkämpfer Ye Ying Tien (Tien Shun) und der Bogenschütze Zuo Ching Lung (Lam Kau).
Diese Männer erreichen die Hütte von Wei Fu´s Familie..., und töten sowohl die Mutter als auch den Vater sowie den jüngeren Bruder von Wei Fu!
Die ältere Schwester, Wei Yun (Chao Hsin-Yen), wird verschleppt..., sie soll Zuo fortan als Konkubine dienen...!

Als Wei Fu die Hütte erreicht, ist es bereits zu spät. Aber er hat sich die Gesichter der Verbrecher gemerkt, und schwört ihnen blutige Rache. 
Das Armband seiner Mutter..., bestehend aus schellenartigen Glöckchen, nimmt Wei Fu an sich, als ein Zeichen seiner Rache.

Er begegnet auf seinem Weg einem Schwertmeister (Yang Chih Ching), als dieser gerade gegen eine Überzahl von Banditen einen blutigen Kampf besteht. 
Er folgt dem Meister..., und schließlich wird dieser zu seinem Sifu. 
Nach 5 Jahren Ausbildung im Schwertkampf ist Wei Fu soweit... seine Rache anzugehen.

In der Stadt kann er zunächst das Mädchen XiangXiang (Chin Ping) vor dem Zugriff von Gangstern retten. Die Bande von Tao Kung Chuan (Lee Wan Chung) wollte XiangXiang zur Prostitution zwingen.
Der Bande von Tao gehört auch Yang Chang an, der Mann mit der Doppel-Axt. So kommt ihm denn Wei Fu auf die Spur.
Er stellt Yang Chang, und die "Bells of Death", die Glocken des Todes..., ertönen ein erstes mal...!

Auch Ye Ying Tien kann Wei Fu aufspüren..., und es kommt zum Duell mit dem Schwert. 
Die Glocken des Todes ertönen ein zweites Mal.

Um den 3. Mann, Zuo Ching Lung, aufzufinden, der mittlerweile zum Boss einer Bande wurde, tötet er 4 von dessen Männern. Um so in Kerkerhaft zu kommen. Wei Fu erfuhr zuvor, dass inhaftierte Männer von Zuo von diesem aus diesem Kerker befreit werden sollten.
Und so geschieht es..., und Wei Fu findet so den Zugang zu Zuo´s Bande.

Hier begegnet er endlich seiner Schwester Wei Yun, die zum Konkubinat mit Zuo gezwungen wurde.
Auch XiangXiang, die Wei Fu folgte..., ist dabei, als es zum alles entscheidenden Kampf kommt.
Nachdem Wei Fu alle Männer Zuo´s tötet..., muss es zwischen diesen beiden Männern zum finalen Show-Down, zum Duell auf Leben oder Tod kommen.......


Fazit:

Was für Perlen man als langjähriger Eastern-Fan doch noch so entdeckt.
Im Jahre 1968 drehte Regisseur "Griffin" Yueh Feng diesen sehr spannenden, eisenharten Eastern-Actioner für die Studios der Shaw Brothers.
In dichter, düsterer Atmosphäre erzählt Yueh Feng eine strikt-stringent umgesetzte Rache-Story, schnörkellos und absolut spannend.
Letztendlich eine einfache Storyline..., doch die Umsetzung macht es, sie macht hier den Reiz dieses kernigen Schwert-Dramas aus. 

Es ist ein Eastern, der sich am Chanbara, dem japanischen Schwertkampf-Film orientiert. Und auch Anleihen vom italienischen Western, dem "Spaghetti-Western" aufnimmt: Wie ein Ronin, ein herrenloser Samurai, oder wie ein stoischer, absolut auf seine Mission fixierter und einen eisernen Willen diese umzusetzen konzentrierter Anti-Held..., geht Chang Yi hier seinen Weg. 
Er ist der einsame, harte Kämpfer..., gegen eine Übermacht, gegen 3 Männer und ihre Schergen. Diese gilt es aufzuspüren..., um dann mit ihnen einzeln abzurechnen.

Und dies kalt, hart, gnaden- und kompromisslos...

Ja, und das ist hier nahezu perfekt umgesetzt..., in dicht-düsterer Atmosphäre, nutzte Yueh Feng hier die Sets der Shaw Brothers kaum. 
Viel Outdoor, und auch die Innen-Aufnahmen scheint Yueh Feng in die Movie-Town der Shaw Brothers verlagert zu haben.
So kommt die richtige Atmosphäre in diesem rau-harten Drama auf. Knallige Studio-Sets hätten hier bei Leibe nicht gepasst.

Eines der Duelle, Chang Yi vs Ku Feng, findet denn in einem Bambus-Wald statt..., mit diabolischer Stimme treibt Chang Yi seinen Gegner durch dieses Bambus-Dickicht, und immer mehr in die Enge. Eine der stärksten Szenen dieses knackigen Eastern.

Ein weiteres Duell zunächst in einer engen Gasse während eines prasselnden Regengusses..., doch dann stehen sich Chang Yi und Tien Shun in einem scheinbar verlassenen Haus in einem Raum, der von mehreren roten Kerzen nur schummrig beleuchtet wird, gegenüber.
Das finale Duell, zuvor denn ein Massenkampf..., und mit entsprechendem Bodycount, bevor dann der Show-Down unvermeidlich ist. 
Yueh Feng orientierte sich an Chanbara und Italowestern, auch die schellenartigen Glöckchen -namensgebend für diesen Streifen- die stets das Lied des Todes spielen und den Kampf einleiten..., sind ein Stilmittel, dass an die japanischen und italienischen Genre-Streifen hier erinnert.

Chang Yi, er trägt den Film denn fast im Alleingang. Ein Alleingang ist es ja auch ohnehin..., ein Mann der kompromisslos seine Mission durchzieht, alles daran setzt und von Rache und einem unbeugsamen Willen getrieben ist. 
Stoisch..., ohne große Mimik zieht Chang Yi sein Rollenbild hier durch..., die Performance eines einsam-harten Fighters. Davon lebt denn "The Bells of Death" explizit.

Ihm gegenüber 3 Villains: Ku Feng, Tien Shun und Lam Kau, sie gilt es erst aufzuspüren und dann einzeln zu stellen und... zu töten.
Jeder beherrscht eine besondere Waffe, eine Doppel-Axt, einen Langbogen oder ein Schwert. Jedes dieser Duelle ist ebenso besonders..., wie ich bereits erwähnte.
Und alle drei..., ihnen kommt der Schweiß aus allen Poren, als sie sich dem ´Helden wider Willen´ zu stellen haben..., sie sind alle drei skrupellos und immer zum Töten bereit. 
Sie spielen das in bewährter Routine..., und verlangen Chang Yi alles ab.

Die Damen..., sie sind in diesem maskulin und gewalttätig geprägten Drama denn eher nur Staffage. Doch Chin Ping und Chao Hsin-Yen spielen total tapfer..., das muss Mann ihnen lassen.
Wu Ma und Yang Chih Ching als Sifu des Helden -dessen Ausbildung aber im Film nicht gezeigt wird, was ich ein bisschen schade fand- sind denn noch Gast-Stars dieser Produktion.

Stringent und zielgerichtet mündet das Geschehen für Chang Yi immer wieder in Duelle und Fights gegen mehrere Opponenten. Und das ist klasse Action für einen Eastern dieses doch frühen Baujahrs, 1968.
Man bekommt hier dramatische Sword-Fights geboten, mit überraschend rasantem Drive und agiler Körperbeherrschung. Zudem geht die Kamera hier überaus dynamisch mit, was das Tempo der Kämpfe noch einmal forciert. 
Es geht natürlich überaus blutig zu..., die Duelle sind auch durch ihre Örtlichkeit besonders..., und der Bodycount zum Schluss beachtlich.
Die kernige Action -für einen Eastern der 60er wohlgemerkt- rundet diesen "Chanbara-Italowestern"-Eastern denn gekonnt ab.

"The Bells of Death", eine im Westen kaum beachtete Perle im Kanon der Shaw Brothers..., ein spannend-rauer, eisenharter Martial-Arts-Actioner im Stile eines Chanbara/Italowestern. Das konnte gefallen!

8,5/10.

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