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steht, ist es ein Pflichtprogramm, sich „Die Schlangengrube und das Pendel“ anzutun. So ein Film kann nicht schlecht sein, zumal er verspricht, die gekonnte Handschrift der frühen Edgar-Wallace-Filme zu tragen und zusätzlich noch mit Lex Barker aufzuwarten.  Leider sind bei diesem einmaligen Werk deutscher Horrorkunst im Stile der Hammer-Produktionen wie so oft Erwartungshaltung und Filmgenuss nicht deckungsgleich. Ich finde, der Film ist ziemlicher Mist. Er hat eine belanglose Story, die weit davon entfernt ist, eine würdige Poe-Umsetzung zu sein. Er schafft es in keiner Phase, Ansätze von Spannung aufzubauen. Und er versagt völlig bei dem Vermitteln von Stimmungen. Das liegt weniger an der Regie, sondern vielmehr an der erschreckend schlechten musikalischen Untermalung und den hölzernen Dialogen. Lee wirkt auch so, als wäre er nicht ansatzweise in Spiellauen. Dass so ein Mann nicht rüberkommt, will schon etwas heißen. Er kann sonst durch bloßes Rumstehen aus einem Grottenfilm einen cineastischen Hochgenuss zaubern.  Barker gibt einen würdigen Helden und die gute Karin ein solides Objekt mehrfacher Begierde. Aber es reicht halt nicht, von einem Raum in den anderen zu stolpern und beim 50zigsten immer noch überrascht zu sein, dass hinter einem eine Falltür zugeht. Dann werden noch irgendwie die Grube und das Pendel eingebaut, um den tollen Titel zu rechtfertigen. Naja. Da sehe ich mir doch lieber noch einmal die goldenen Vampire an…  Auf seine Quintessenz reduziert sehen wir in dem Film den grau angemalten Lee, der als Graf Regula (hohoho) das Blut einer dreizehnten Jungfrau braucht, um ins Leben zurückzukehren. Ich an seiner Stelle hätte mich kurz mit meinem Diener ausgetauscht, der schon mit dem Blut der vorherigen 12 Jungfrauen eine solide Überlebensleistung trotz vollzogener Hinrichtung aufweisen kann. Aber Logik ist nicht die Stärke des Films. Das ist schon zu Beginn an der unsoliden Anordnung räumlicher Entfernungen leicht zu merken.  Recht solide kommt die erste Zeit der vermeintliche Pfaffe rüber, der sich als Räuber mit guter Seele entpuppt. Aber irgendwann, nach dem hundertsten brüllenden Lachen, geht auch er dem geneigten Zuschauer auf den Keks. Da ist es gut, dass der Film seinem unaufhaltsam seinem unspektakulären, klar vorhersehbaren Ende entgegenläuft und den Zuschauer entlässt.    Es wundert einen nicht, dass der Film kein wirtschaftlicher Erfolg war. Und ich möchte behaupten, dass er völlig zu Recht in der Mottenkiste gelandet ist. Denn ganz so simpel muss Unterhaltung nicht sein. Ich hätte mir entschieden mehr erwartet als ein leicht positives, nostalgisches Gefühl. Da zeigt sich, dass große Namen und verheißungsvolle Filmkritiken immer noch ausreichen, so einen Rumpelfilm noch einmal vermarkten zu können. Nun, ich gehörte zu den dummen Neukunden  und werde es in Zukunft bei ähnlichen Situationen wieder sein. So ist das Leben.  Ich weiß, dass diese Kritik Gleichgesinnte nicht abhalten wird. Aber seid trotzdem gewarnt. Der Film hält nichts von dem, was er verspricht. Von mir sind nicht mehr als 3 Punkte drin.   

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