Graf Regula foltert 1801 zwölf Jungfrauen zu Tode, um aus ihrem Blut die Essenz des ewigen Lebens zu gewinnen. Die dreizehnte kann entkommen, was zur Folge hat, das Regula festgenommen und schließlich für seine Taten gevierteilt wird.
Vierzig Jahre später will ein treuer Diener den Grafen wieder zum Leben erwecken und ordert die Nachfahren des Richters und die Tochter der entkommenen Jungfrau auf sein Schloss, um sein Werk zu vollenden und sich zu rächen.
Deutschland Ende der 60er Jahre. Die Hammer Studios oder auch Roger Corman hatten Große Erfolge mit ihren Horrorverfilmungen gefeiert und hier wollte man ein gutes Stück von diesem Kuchen abhaben.
Leider ist die ganze Geschichte ein wenig in die Hose gegangen, obwohl eigentlich alle Zutaten für einen Hit vorlagen.
Eine Geschichte von Edgar Allan Poe, der Hitregisseur Harald Reinl, ein Cast aus drei großen Stars (Lex Barker, Christopher Lee und Karin Dor) und den Komponist der Wallace Filme.
Trotzdem ist alles recht falsch gelaufen. Die Kulissen schwanken zwischen recht billig bis solide. Dafür können einige wirklich schöne Landschaftsaufnahmen und Farbkompositionen überzeugen. Auch die Kameraarbeit überzeugt mit guten Schnitten, Perspektiven und Fahrten und fängt das Geschehen des 19. Jahrhunderts gut ein.
Dem gegenüber stehen teils diletantische Effekte, wie der Wald mit den Gehängten (der Wald mit den verwachsenen Leichen in den Bäumen war noch recht gut), oder der billig wirkende Friedhof. Trotz allem aber noch recht stimmungsvoll. Lee und sein Diener sind einfach ein wenig blass bis blau geschminkt und erwecken leider keinerlei Grusel.
Die Darsteller spielen eher nach Schema "F" und können sich kaum gegen die Kulisse durchsetzen. Die Story gewinnt sicher keinen Originalitätspreis, muss ja auch nicht sein, ist aber dennoch recht spannungsarm inszeniert. Überhaupt will sich kaum Grusel einstellen und einen Spannungsbogen vermisst man auch schmerzlich.
Die Musik wirkt teilweise deplatziert, erinnert sie doch ein wenig an die Edgar Wallace Stücke des Komponisten Peter Thomas. Somit baut sich auch kaum Spannung oder Atmosphäre auf (teilweise sogar absolut daneben - Die Kutsche fährt mit einer locker, fröhlichen Komposition Richtung Wald der Toten, man meint sich in einer Komödie).
Der Schluss wirkt dann auch noch hektisch hin geklatscht und das Ende, wo plötzlich vermisste Personen wieder auftauchen (mit einer Kutsch - woher diese?) setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Man spekuliert auf einen Traum, na gut, schluckt man auch noch.
Tja, leider hatte ich den Film gruseliger in Erinnerung, als ich ihn als kleiner Bub in einem der ersten drei Programme damals sah. Leider zündet der Film heute nicht mehr wirklich, im Gegensatz zu seinen britischen und amerikanischen Konkurrenten.
Der finanzielle Flop damals ist wohl auch darauf zurückzuführen.
Einzig Karin Dor ist hier noch ein wirklich leckeres Eye-Candy. Barker spielt Standardkost, ebenso wie Lee, der dazu noch relativ wenig Screentime hat.
Bleibt im Grunde nur deutscher Horror-Trash für hartgesottene Fans. Schade, wenn man überlegt was Regisseur Reinl sonst so gedreht hat und was das deutsche Kino zur Stummfilmzeit in Sachen Horror herausbrachte...