Graf Regula ermordet 12 Jungfrauen und wird dafür hingerichtet. 35 Jahre später werden Lilliane und Roger auf Schloss Andomai eingeladen, das früher der Sitz des Grafen war.
Wenn man Christopher Lee als den Antagonisten auf der Suche nach dem ewigen Leben besetzt, ist es natürlich völlig logisch, die Figur Graf Regula zu nennen. Ähnlichkeiten zu einem anderen berühmten Grafen sind freilich rein zufälliger Natur und vollkommen unbeabsichtigt. ????
Der auf Motiven von Edgar Allan Poe basierende Streifen ist wahrlich zahmer Horror, eher noch sanfter Grusel statt Horror, der aber mit seiner Atmosphäre und den Darstellenden vollkommen überzeugen kann.
Die Gruselatmosphäre wird mit schönen Außenaufnahmen in wirklich creepy wirkenden Wäldern und Studiosets, die ebenso charmant künstlich sind, wie die seinerzeit von den Hammer Studios, wunderbar eingefangen. Geier, Nebel, rauchende Ruinen, finstere Gesellen, Räuber, Damen in Not (natürlich), ein fluchender Pfaffe mit Pistole, Kreuze, Ratten, Schlangen und selbstredend das titelgebende Pendel sorgen für eine Menge Vergnügen. Der Film spielt übrigens zu einem guten Teil in den unterirdischen Verliesen des Schlosses.
Da sich Harald Reinl auch auf eine knappe Laufzeit von gradmal 80 Minuten beschränkt, ist das Tempo latent hoch, sodass keine Zeit für Langeweile bleibt. Der Cast zieht eh die Aufmerksamkeit auf sich, insbesondere die wunderschöne Karin Dor, die ihre Baronesse mit einer wunderbaren Mischung aus Angst und Mut agieren lässt. Lex Barker bleibt in allen Lebenslagen cool und gelassen, kein Schrecken kann ihn schrecken und Sir Christopher Lee gibt den Grafen kurz, aber souverän. Die Krönung ist aber Vladimir Medar als Pfaffe mit Waffe, der eine super sympathische Leistung abliefert. Klasse.
Christopher Lee war von dem Film übrigens überrascht, hatte er doch ein erheblich schlechteres Ergebnis erwartet. Und ja, mag man die alten Hammer Filme, taugt der hier auch. Macht Spaß, irgendwie eine Art Feel-Good-Horror.
Lieblingszitat:
Pater: Ich hab Ihnen doch gar nichts getan.
Anatol: Natürlich nicht. Sie haben mich nur ein kleines bisschen erschossen!