Paris 2010: ein sozial überaus problematischer Außenbezirk von Paris ist mit einer Mauer umschlossen, hermetisch vom Rest der Stadt abgeriegelt. David Belle spielt einen Bewohner dieses umzäunten Ghettos, dessen Schwester von einem Gangsterboss gekidnappt wird, während er von einem korrupten Polizisten inhaftiert wird. Doch dann taucht ein Polizist auf, der ihn als Führer durch das Ghetto benötigt, in dem er eine gestohlene Bombe suchen soll.
Material-Arts-Actionfilme und andere Kampfsport-Kracher aus Hong Kong feiern immer mal wieder beachtliche Erfolge und mit Parkour kommt eine neue, kleine Trendsportart auf, die bisher kaum in Filmen verwendet wurde. Diese beiden Punkte dürften Luc Besson auf den Plan gerufen haben, der hier versucht, sein eigenes kleines Kampfsport-Meisterwerk zu drehen, aber es reicht nicht einmal fürs obere Mittelmaß, was im Endeffekt präsentiert wird.
Dabei sind die Action-Szenen durchaus überzeugend, die Parkour-Szenen haben es in sich, sind von Regisseur Pierre Morel zudem gelungen in Szene gesetzt und sind nicht zuletzt wegen der überragenden Choreografie des Schöpfers dieser neuen Sportart, David Belle, sehr ansehnlich geworden und auch die Kampf-Szenen müssen den Vergleich zum asiatischen Kino kaum scheuen. Alle Action-Szenen, die über den Nahkampf hinausgehen, die eine oder andere Schießerei, Verfolgungsjagden per Auto sind zumindest solide und ansehnlich geworden, da sie vor allem durch die rasante Inszenierung zu gefallen wissen, auch wenn sie ansonsten nicht sonderlich spektakulär gemacht sind. Problematisch ist bei den Action-Szenen eher, dass sie quantitativ zwar durchaus hoch dosiert sind, aber nicht hoch genug, um im Alleingang einen hohen Unterhaltungswert zu sichern.
Hier kommt jetzt leider die schwache Story ins Spiel. Denn diese hat bei Weitem nicht genug Substanz, um den Film komplett auszufüllen. Die Grundidee, die an Carpenters "Die Klapperschlange" erinnert, ist zwar noch ganz brauchbar für einen sehenswerten Film, aber mehr ist da auch nicht mehr. Der Plot ist bis hin zur finalen Auflösung vollkommen kalkulierbar und in die Tiefe geht das Geschehen zu keinem Zeitpunkt und an dieser Stelle darf man zumindest noch froh darüber sein, dass sich der Film selbst nicht zu ernst nimmt.
Und damit können die Lücken zwischen den Action-Szenen, die glücklicherweise nicht allzu lang geworden sind, leider kaum gefüllt werden und die plumpen Versuche, doch noch Spannung zu erzeugen, scheitern im Endeffekt an der Vorhersehbarkeit, und dass trotz des schnellen Tempos. Dasselbe gilt auch für den, auf Dauer relativ nervigen, weil überhektischen Score, der noch einmal aufpeitschen und das Tempo erhöhen soll, aber im Endeffekt unterhält "Ghettogangz" lediglich temporär während der Action-Szenen.
Darstellerisch bewegt sich der Film ebenfalls nicht auf allzu hohem Niveau, so mag David Belle ein echtes Kampfsport-Ass sein, aber schauspielerisch ist er leider allenfalls solide und auch die übrigen Darsteller bewegen sich im soliden Bereich, wobei im Grunde bei diesem flachen Konstrukt auch nicht mehr von ihnen gefordert ist.
Fazit:
Bei seiner flachen Story, den mittelmäßigen Schauspielern und dem Fehlen von Atmosphäre und Spannung unterhält "Ghettogangz" leider nur, wenn gerade gekämpft und geschossen wird. Da die Action-Szenen aber hervorragend gelungen sind, reicht es zumindest fürs Mittelmaß.
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