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Roger Cormans erster Beitrag einer ganzen Reihe von Poe-Verfilmungen bewies 1960, dass er mitnichten nur zu Trash-Flicks imstande ist, ganz im Gegenteil: „Die Verfluchten“, für die Poes klassischer Gruselstoff um eine Liebesbeziehung zwischen Philip Winthrop und Madeline Usher erweitert wurde, entpuppt sich als überaus gelungener Gothic-Horrorfilm. Ein erhabener Vincent Price mimt den isoliert lebenden und wahnsinnig wirkenden Sir Roderick voll poetischem Habitus und glänzt in seiner Rolle, ausnahmsweise mal ohne Oberlippenbart, von der ersten bis zur letzten Minute – genial! In perfektem Gruselambiente (man denke nur an die anscheinend eigens für den Film angefertigten Adelsporträts an den Wänden, brrr…) mit fast schon argentoesken Farbgebungen und –variationen sowie psychologischer Tiefe macht sich auch noch aus heutiger Sicht eine intensive, beklemmende Gruselatmosphäre breit, untermalt von einer perfekten orchestralen Musikuntermalung. Die kurze Spieldauer von gut 70 Minuten lässt keinerlei Längen aufkommen und steuert unaufhaltsam auf ein dramatisches Finale, das Anlass zu Interpretationen bietet. Ich muss zugeben, die literarische Vorlage nicht zu kennen, vermute aber die Themen „selbsterfüllende Prophezeiungen“ und einen Abgesang auf degenerierte Adelsgeschlechter als Intention.

Zeitlos „schöner“ Gruselklassiker!

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