Alle Kurzkommentare


5

Robert Schneiders gleichnamige Romanvorlage schlug seinerzeit vor allem wegen ihrer bildgewaltigen Ausdrucksweise im deutschsprachigen Raum ein wie eine Bombe. Der Film kann sich diese eleganten und blumigen Formulierungen selbstverständlich nicht mehr zunutze machen. Was der Filmumsetzung leider ebenfalls abhanden gekommen ist, das ist der tiefere Sinn hinter der außergewöhnlichen Geschichte über das schüchterne und geniale Ausnahmetalent Elias, also die vielen feinen Zusammenhänge, die im Buch beleuchtet werden. Darum ist SCHLAFES BRUDER nur wieder so eine von diesen aufwendigen, solide besetzten und tadellos inszenierten, aber letztlich vollkommen seelenlosen Leinwandadaptionen geworden, die einen zu keinem Zeitpunkt wirklich berühren.

2

Unheimlich schlechte Literaturverfilmung! Wer den Roman "Schlafes Bruder" von Robert Schneider gelesen hat, wird mir bestimmt zustimmen können. Die Charaktere werden ungenügend ausgeleuchtet, alle Darsteller agieren platt und wirken amateurhaft, obwohl darunter eine Vielzahl von deutschen Schauspielgrößen ist oder besser sein soll. Einige wichtige Passagen (z.B. der Freitod von Elias) und Personen der Romanvorlage, insofern man diese kennt, wird man hier vermissen oder anderer Form vorfinden, da sich ein Film natürlich nicht so viel Zeit mit dem Erzählen lassen kann. Die morbide, trostlose, verstörte und abstoßende Hinterwäldler-Atmosphäre des Buches erreicht der Film zu keiner Minute. Mein Tipp: Lieber zum Buch greifen!

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