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Amüsante Actionkomödie mit größtmöglicher Einspielergebnissicherheit

Heute einmal eine Lektion zum Thema: wie verdiene ich immense Summen Geld ohne fast jedes Risiko? Wenn man einmal genauer darüber nachdenkt, ist es ganz einfach. Man braucht einen, besser noch zwei wirkliche Superstars. Zwei sind dann noch wirksamer, wenn sie unterschiedlichen Geschlechts sind, denn damit liegt eine Liebesgeschichte nahe. Dann nehme man ein Drehbuch, welches keine sonderlichen Ansprüche an notwendiges Mitdenken stellt, einen Regisseur, der keine großen Mätzchen hinsichtlich Selbstverwirklichung macht, ein paar Zutaten aus der Matrixeffektkiste sowie eine absonderliche Ausgangslage. Action ist auch gut, darf aber nur ohne Blutvergießen stattfinden, der Jugendfreigabe wegen. Und dann noch umfangreiches Marketing, welches davon profitieren könnte, daß sich die Hauptdarsteller zufällig während der Dreharbeiten ineinander verlieben. Wenn man garantieren kann, daß all diese Details passen, dann wird man bei den Einspielergebnissen nur in eine Richtung überrascht werden – nämlich mit dem unglaublich hohen Gewinn. Einen Film nach diesem Schema zu drehen ist wie Lottospielen mit sicherem Wissen um die kommenden Zahlen.

Und genau das liefert uns das Schaustück rund um die Familie Smith, die seit sechs Jahren kinderlos verheiratet ist, von Brad Pitt und Angelina Jolie verkörpert wird und die sagenhafte Ausgangsbasis mitbringt, daß die beiden als Auftragsmörder für unterschiedliche Geheimdienste arbeiten, jedoch jeder vom anderen nicht um seine wirkliche Identität weiß. Das muß man als unbedarfter Zuschauer erst einmal schlucken, hat man das aber dann endlich geschafft, sollte man für den weiteren Fortgang des Films sein Hirn auf kleine Stufe schalten. Denn ist die Ausgangssituation schon phantastisch genug, so wird es im Verlauf noch wesentlich aberwitziger, denn die Geheimdienste haben erst nach sechs Jahren erfahren, daß die beiden miteinander verheiratet sind und können so etwas natürlich ( warum??? ) nicht dulden. Sodann werden die zwei aufeinander angesetzt, aber wahre Liebe läßt sich durch nichts besiegen. Statt sich also gegenseitig zu meucheln, obgleich es eine große Zahl untauglicher Versuche nach Art des „Rosenkrieges“ gibt, tut man sich zusammen, um gemeinsam den Kampf gegen eine Horde gesichtsloser Schergen zu bestehen. Und dann folgt die dritte unglaubliche Wendung des Films, denn kurz nach einem Feuergefecht, bei dem nur Handlager das Zeitliche segnen, sehen wir die zwei Heroen glücklich bei einem nun überflüssig gewordenen Eheberater sitzen, ohne Angst vor Verfolgung oder irgendwelchen Vergeltungsmaßnahmen. Jaja, denken sollte man bei all dem besser nicht...

Wenn man dieser letzten Anweisung nun Folge leistet, wird man bestens unterhalten. Brad Pitt spielt einen launigen Part, der irgendwo seiner Rolle in den „Ocean`s“ – Filmen ähnelt, stets verschmitzt, aber hier mit Waffen in der Hand. Frau Jolie sieht halt ganz nett aus, muß soviel auch nicht tun, bißchen Action, das kann sie seit „Tomb Raider“ ja auch recht gut. Die Dialoge und Auseinandersetzungen der beiden Darsteller sind amüsant, da wird auch gerne ein ganzes Haus in Schutt und Asche gelegt oder sich beim Essen um das Salz gebalgt...Szenen, die man in jeder Beziehung wiederfindet, vielleicht nicht so glamourös, aber dennoch nachvollziehbar. Alle anderen Darsteller fallen gegen die zwei Helden aber leider stark ab oder verschwinden ohne viele weitere Erklärungen, und wirklich, wirklich störend ist das abrupte Ende des Films. Sollte dadurch eine Tür für eine Fortsetzung offenbleiben, die dann eine saubere Rückblende sein könnte? Vielleicht aus dem Off kommentiert von Pitt und Jolie? Aber das ist eine andere Geschichte, Geld genug wäre sicher da, und manchmal geht man ja auch nur ins Kino, um sich einfach zu amüsieren, ohne Gewalt, aber mit ein bißchen Witz und Action. Von beidem ist hier genug vorhanden, und daher schaut man gerne über die Drehbuchschwächen hinweg und gibt eigentlich nicht ganz verdiente 8/10.

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