Die kleine Gritli Moser wird ermordet. Ein Hausierer findet die Leiche und wird sofort zum Hauptverdächtigen. Der ermittelnde Kantonspolizist Dr. Matthäi ist skeptisch. Allerdings soll er als Ausbilder bald versetzt werden.
Als für die Polizei der Fall geklärt ist, entschließt Matthäi sich, seinen neuen Job sausen zu lassen und selbst weitere Ermittlungen anzustellen. Dafür stellt er dem Mörder eine Falle.
Meinung:
Es geschah am hellichsten Tag gilt als ganz großer Klassiker des deutschen Krimis und verschaffte Gert Fröbe auch, vereinfacht gesagt, die Rolle als Auric Goldfinger.
Beides ist nach meiner Erstsichtung sehr nachvollziehbar. Der Film ist spannend inszeniert, gerade durch das gefährliche Spiel, das Matthäi treibt. Psychologisch ist das Täterprofil zwar recht simpel gehalten (aus heutiger Sicht), aber es wirkt sehr plausibel. Fröbe trägt zwar etwas dick auf, ist dank seiner bedrohlichen Präsenz aber sehr überzeugend in seinen wenigen Szenen. Auch der charismatische Rühmann gefällt als Dr. Matthäi.
Klasse ist ebenfalls die Darstellung der Mob-Mentalität am Anfang. Diese kommt zwar nicht an Fritz Langs "M" heran, ist aber glaubwürdiger, als in manch modernem Film.
Wenn man etwas kritisieren möchte, dann, dass Dürrenmatts ursprünglich geplantes Ende, welches er dann in einem Roman umgesetzt hat, kraftvoller und insgesamt runder, wenn auch düsterer ist. Trotzdem: Das so ein schwieriges Thema zu dieser Zeit so stark umgesetzt wurde - Hut ab.
Kurzum:
Großer Krimiklassiker, der durch Spannung, zurückhaltende Ernsthaftigkeit und top Darsteller so gut funktioniert. Toll.