In der Nähe des Schweizer Dörfchens Mägendorf stolpert der vorbestrafte Hausierer Jacquier (Michel Simon) im Wald über eine Leiche. Bei der Toten handelt es sich um die achtjährige Gritli Moser & sie wurde mit einem Messer ermordet. Oberleutnant Matthäi (Heinz Rühmann) beginnt mit den Ermittlungen & verspricht der Mutter des Mädchens, den Mörder zu schnappen, obwohl er den Polizeidienst bereits quittiert hat & die offiziellen Ermittlungen fortan Leutnant Henzi (Siegfried Lowitz) leitet. Matthäi schenkt den Unschuldsbeteuerungen des Hausierers Glauben, im Gegensatz zu Henzi, der sich an den Indizien, die Jacquier belasten, festbeißt. Als der sich das Leben nimmt, scheint der Fall abgeschlossen. Doch Matthäi ist überzeugt, dass der Mörder noch frei herumläuft & bald wieder zuschlagen wird.
Es ist noch nicht so lange her, da habe ich Sean Penns Verfilmung der Geschichte, mit Jack Nicholson als Ermittler a. D., gesehen & für großartig (9/10) befunden. Ladislao Vajdas Version ist ebenso großartig. Der für seine lustigen Rollen bekannte & beliebte Rühmann überzeugt in der differenziert gezeichneten Hauptrolle, dennoch wird ihm von Gert Fröbe die Show gestohlen, der gar nicht so viel Screentime, jedoch eine wahnsinnige Präsenz hat. Bei der Szene im Wald, wo er als Zauberer mit einer Handpuppe sein neues Opfer bezirzt, sträuben sich glatt die Haare, so beängstigend intensiv wirkt diese. Die Kinderdarsteller schlagen sich ebenfalls gut, die Geschichte ist packend erzählt, mit einem schönen, angenehmen Flow, der im Kontrast zur unangenehmen Thematik steht. Die Stimmung ist angemessen düster & der Film endet auf eine andere Weise als Das Versprechen.