Review

Asylum Film zeichnen sich ja bevorzugt dadurch aus, das sie meist irgendwelche B-Kopien von aktuellen Kinohits produzieren um im Zuge deren Erfolge noch den ein oder anderen Dollar mitnehmen zu können. Bei Jolly Roger (normalerweise heißt ja die Piratenflagge so, hier ist es aber eine "reale" Person) wollte man diesen Modus wohl in Anlehnung an die Fluch der Karibik wiederholen, bediente sich bei der Story aber recht unverfroren an John Carpenters Klassiker The Fog.
So darf einmal mehr ein untoter Pirat durch ein verschlafenes Küstennest ziehen um Rache an seiner alten Mannschaft zu nehmen, beziehungsweise deren Nachkommen.
Und wie so oft bei unseren Asylum Freunden kommt dabei ein ziemlicher Murks heraus, zwar nicht ganz so schlimm wie beispielsweise bei Transmorphers, aber das dieser Film nicht mal ein Fitzelchen einer Annäherung an die Klasse seines Rip Opfers herankommt, durfte ja getrost vorausgesetzt werden.
Wie in jedem dritten Film dieser Güteklasse, so wird der ganze Spuk auch hier von einem halben Dutzend Jungspud Dämlacke durch versehentlichen Bluterguß auf des Toten Mannes Kiste ausgelöst. Daraufhin erscheint der Möchtegern Captain Sparrow und macht einen auf Böse. Die Effekte sind zwar ziemlich simpel gehalten, dafür wird ordentlich mit dem Kunstblut durch die Gegend gespritzt, zumindest in der uncut Version, die deutsche FSK 18 DVD scheint ja selbst das rausgeschnitten zu haben (ich hatte netterweise mal eine unzensierte Version zur Ansicht).
Aber dann gehts schon los mit den Negativauffälligkeiten, fangen wir einfach mal bei den Charakteren an. Gewohnt schablonenhaftt wie üblich, besonders die Helden sind so clever, ohne großen Grund vor der Polizei zu flüchten, obwohl diese keinerlei Beweise haben oder haben könnten. Wirklich clevere Gören, denen man auch auf Grund ihrer Dialoge nun wirklich nicht die Daumen drücken könnte. Erschwerend kommt hinzu, das der ganze Haufen von Darstellern repräsentiert wird, die, um mal im Metier zu bleiben, kein Schuß Pulver wert sind und allenfalls zum kielholen taugen. Der böse Piratenflegel, der übrigens die abgesäbelten Köpfe der Opfer sammelt, sieht dabei wenigstens noch ganz ordentlich aus, hat dabei unfairerweise noch die gabe der Teleportation und kommt von der Truppe noch am besten weg.
Viel gutes kann man im Gegenzug nicht berichten, ab und an kommt sogar ein bißchen Humor auf, besonders in der Szene in einer Stripbar, wo der alte Freibeuterzausel durchaus mal den einen oder anderen Spruch ablassen darf und eine Szene in der er dem Security Fuzzi den Arm abreißt und ihn damit totknüppelt hinterläßt auch ebenfalls Wirkung. Der Showdown gerät dagegen dann wieder reichlich unspektakulär. Empfehlen kann man diesen müden Rip-off natürlich nicht, wenn man Interesse für diese Thematik hat, sollte man sich lieber the Fog anschauen und sei es zum 10ten Mal, da hat man mehr davon.
3/10

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