Review

Es sind erst 3 Monate vergangen und schon liegt der nächste Seagal (mal wieder im Dienste von Millennium Films) im DVD Player (übrigens mit einer unwürdigen Vö. bedacht). Wie alle Seagals der letzten Zeit, gibt es auch wieder viel Licht und Schatten.

Aber eines kann man ganz klar feststellen: Wer diesen Film auf einer Stufe mit „The Foreigner“ oder „Out Of Reach“ stellt, wie es einige Kritiken aus den USA getan haben, hat einfach keine Ahnung von B-Filmen:). Und auch wenn einige Szenen von Steven definitiv in Englisch gedubbt sind, fällt es nicht besonders extrem auf. In dieser Hinsicht schon mal keine Sorge. Doch mich stören dann doch einige Schwächen die Hauptsächlich die Special Effects betreffen und auch die Story ist etwas Konfus geraten; was vermutlich an den dauernden Umschreibungen des Drehbuches lag, doch dazu später mehr.

Ob es so eine gute Idee von NU IMAGE/Millennium ist, nur noch auf ihre eigene Rumänische Effetschmiede Worldwide Efx von Scott Coulter zurückzugreifen halte ich für fraglich. Denn einige Effekte sind für einen Film mit einem Budget von ca. 15 Millionen $ doch arg ärgerlich. Ob das Überwachungsflugzeug am Anfang, die Sprengung des Dammes (den Trick sieht man zum Glück Dank des guten Schnitts kaum), die Rückprojektionen beim Hubschrauber Flug und am schlimmsten wenn unser dicker Steven Auto fährt. Was soll so was? Auch die äußeren U-Boot Szenen haben mich nicht besonders überzeugt, fallen aber nicht so hart ins Gewicht. Übrigens ist bei der Explosion des U-Bootes die einzige verdächtige Szene zu erkennen welche geklaut sein könnte. Zwar ist auch der Flugzeugträger und der Raketenabschuss Stock Footage, aber keine die man schon mal in einem anderen Film gesehen hat. Immerhin. Dann rüber zur Story. Dass die Geschichte zusammengeklaut wurde (z.B. aus „Time Bomb“ oder gar den „Manchurian-Candidate“), finde ich gar nicht so dramatisch, aber genervt haben mich die bemühten Plotwendengungen. Dauernd versucht jeder der Bösewichte sich gegeneinander auszuspielen oder ist nicht das was er scheint. Irgendwann nervte es etwas und wirkte lächerlich. Ganz großer Minuspunkt ist natürlich die Verschwendung von Gary Daniels. Statt den wieder dicker gewordenen Seagal die Hauptrolle zu geben, hätte man lieber den Briten besetzen sollen. Nun gut, doch letztendlich hat Daniels nicht mal die Rolle bekommen für die er eigentlich geplant war. Bei einem Interview mit seiner Fanseite äußerte er sich, dass es ihm ähnlich ergangen ist wie bei Lundgrens „Retrograde“. Anfangs für den Hauptgegner gecastet, wurde das Drehbuch so oft umgeschrieben das nur noch eine kleine Nebenrolle übrig blieb und zum Schluss durfte er nicht mal etwas Einfluss auf die Kampfszene nehmen. Das merkt man dann auch. Wie viel Potential wurde da verschenkt(Ähnliches sollte mich beim Film nach „Submerged“, nämlich „Pit-Fighter“ auch noch ereilen).

Genug gemeckert. Denn eines hat der Film wirklich. Gut gemachte, blutige und vor allem aufwendige Action. Dass Anthony Hickox ein sehr guter Handwerker ist hat er vor allem am Anfang seiner Karriere bewiesen. Mit den „Waxwork“ Teilen, sowie den Fortsetzungen zu „Warlock“ und den dritten „Hellraiser“ Teil empfahl er sich früh. Doch dann wandte er sich unverständlicherweise vom Horror-Genre ab, nachdem er mit „Full Eclipse“, den Actionstil von John Woo würdigte, und noch mal Horror dazu mischte. Dann versandte er in mäßigen Thrillern, die zwar auch immer nett aussahen, aber wahrlich nicht auffallend waren. Der Tiefpunkt war sicherlich „Jill Rips“ und auch „Storm Catcher“ kann mich bis heute nicht vollends überzeugen, obwohl dieser wenigstens gute Action bot. Nun hat er sich scheinbar gefangen und präsentiert eine durch und durch auf Cool getrimmte, moderne Inszenierung. Fastmotion, Standbilder, Zeitlupen und Farbfilter werden, unterstützt vom lauten Sound, fast ständig eingesetzt. Manchen mag es zu viel sein, aber wenn es so gekonnt benutzt wird, immer gerne. Dadurch inszeniert Hickox nicht nur stylisch, sondern auch Hart. Schon der Anfang macht Appetit auf mehr. Blutige Einschüsse, Headshots oder einfach mal ein Messer ins Genick. Hier bekommt man all das geboten. Man merkt dabei auch kaum ein Unterschied zu A-Filmen. Nur die Kampfszene im Tunnel des Staudammes, sagte mir nicht besonders zu. Diese wirkte doch arg Plump. Sonst aber, gibt es seit langem wieder Momente indem das B-Herz höher schlägt. Mal gucken was Hickox (fast unnötig zu sagen das er mal wieder ein Cameo hat und sterben darf) im demnächst erscheinenden „Blast!“ zeigt.

Da es nicht mal ein typischer Steven Seagal Film ist, der sich nur auf ihn konzentriert, sondern auch seiner Truppe(ebenso so Cool eingeführt wie Seagal selbst) viel Platz eingeräumt wird, fragt man sich warum er unbedingt besetzt wurde. In den Actionszenen wirkt er sehr behäbig und Alt (achtet mal drauf wie er rennt, oder das Double welches ihn am Ende vertritt als er den Hauptgegner durch eine Scheibe tritt) und in den restlichen Momenten eher Lustlos. Man merkt sogar dass ihm ein Projekt wie „Into The Sun“ wohl wichtiger war. Sonst kann man über die restliche Besetzung nicht meckern. Besonders Vinnie Jones hat bei mir Pluspunkte gesammelt. Er ist wirklich ein verdammter Motherfucker:)

Fazit:
Es geht weiter aufwärts mit unseren alten Recken. Nach Van Damme und Dolph Lundgren präsentiert auch Seagal wieder einen verdammt unterhaltsamen Actioner, der aber durch einige (zumindest für mich ärgerlichen) Momente, knapp an einem Knaller vorbeischrammt. Vor allem Anthony Hickox (der mit Mark Roper einen vernünftigen Second Unit Mann an der Seite hatte) ist es zu verdanken dass der Film über den Durchschnitt der B-Filme herausragt. Eine andere Hauptrolle, einem besser eingesetzten Gary Daniels und etwas mehr Sorgfalt bei den Effekten und dem Drehbuch (schade das die Horrorelemente entfernt wurden und warum heißt der Film jetzt “Submerged“? „The Enemy Within“ passte viel besser!) hätte den Film zum Highlight aufsteigen lassen können. So bleibt „nur“ ein sehr unterhaltsamer B-Actioner von Anthony Hickox der sich damit für weitere Filme hoffentlich empfehlen kann. Aber das ist doch schon mehr als Positiv.

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