Review

Eigentlich nur als "wirr" zu beschreibende Verknüpfung verschiedener Handlungsstränge, die im Einzeln betrachtet jeder für sich einen eigenen kleinen Film darstellt und anscheinend gemeinhin lexikalisch durch die unterschiedlichsten Genres pflügt. Das dabei die Kontinuität ebenso flöten geht wie eine zumindest zeitweise angedeutete Atmosphäre scheint weder die Drehbuchautoren noch den Regisseur grossartig zu behelligen, als kostengünstig produziertes und dafür schon wieder optisch ganz ansprechend aussehendes Actionwerk in seiner ganz eigenen Twillight Zone kann man Submerged allerdings schon wieder etwas geniessen. Wenn die Konzentration auf einen richtigen Film für 90min nicht ausreicht zumindest.

Ein geschasster und in Haft einsitzender Trupp ehemaliger Soldaten wird von der amerikanischen Regierung als Dreckiges Dutzend angeheuert, um einen machthungrigen Mad Scientist ebenso zu erledigen wie dessen unter posthypnotischem Einfluß als willenlose Mordmaschinen tätigen Untergebenen.
Man dringt in dessen unterirdischen Bau vor, schlägt sich in horrender Unterzahl mit einer ganzen Armee rum und bringt dort vorgefundene Gefangene auf ein eigens repariertes U - Boot. Dumm nur, dass die Mitgeschleppten unterwegs ausbrechen und das U - Boot unter Kontrolle nehmen. Nachdem man die Situation geklärt hat gehts weiter nach Montevideo, wo der immer noch freilaufende Wissenschaftler mit einem Attentat auf den Präsidenten eine Unterwanderung des Staatsgefüges begünstigen will, Manchurian Kandidat als Trashversion.

So oder ähnlich, in Minutenabständen springt der Film zwischen den einzelnen
Handlungsträngen weiter, die Ungewissheit der nächsten Episode ist dann auch der einzige Faktor, der die Spannungskurve soweit oben hält.
Ausgerechnet das U - Boot aus dem ursprünglichen Drehbuch sorgt in seinen 15min
kurzfristig für den meisten Thrill, der Ausbruch und die rasche Übernahme des eingeengten Schauplatzes sorgt angesichts fehlender Fluchtmöglichkeiten und chanceneingeschränkter Verteidigung für einen Klecks düsterer Stimmung. Hierbei hält sich die Beleuchtung auch mal zurück, diffuses gelb - braunes Licht macht die hinterhältigen Attacken der abgerichteten Angreifer relativ ungemütlich, zumal der Söldnertrupp hier in rascher Reihenfolge auch einen Grossteil seiner Sympathieträger verliert.

Der grosse Rest des Filmes ist dann auffallend grell und bisweilen hektisch zusammengeschnitten ohne richtig aufs Gas zu gehen, Kamera- und Schnittmätzchen ersetzen als auch filterübertriebenes Ergebnis den materiellen Anspruch. Wenn man Stock Footage und Trickeffekte vom Pittiplatsch inspiriert mal weglässt sieht es bisweilen gut und auch wie 15 Millionen an Produktion aus, aber inhaltlich ist das immer noch nur einige Lacher wert; besonders Seagal's plötzliche Tarnung als US - Botschafter auf einem Empfang ist schon wieder ein grandios dämlicher Einfall.
Die Attentatssequenz in der Oper spielt mit Motiven von Hitchocks Der Mann, der zuviel wusste und scheitert natürlich allein an der Prämisse, ebenso wie an die nicht nur beinahe aufkommende Erinnerung an Komödien, in denen die Aufführung durch plötzlich auf die Bühne stolpernde Fremde und Spielereien mit den Kulissen zunichte gemacht wird. Dafür wird aber dann endlich der Showdown eingeleitet, der noch mal in eine Materialschlacht ausartet und danach in einen flüssigen Shootout übergeht. Sowieso sind die Schiessereien am besten gelungen, müssen sich aber fast ständig in Massenszenen auflösen, wodurch nur einzelne Einstellungen Wirkung haben, aneinander gereiht sieht das trotz hohen Blutzolls wirklich nicht wie propagierte Referenz aus.
Martial Arts findet leider zu wenig statt, Seagal legt sich lieber mit seiner eigenen Gewichtsklasse - einem Panzer - an, dafür prügelt Vinnie Jones in einer herrlichen Szene seinen Gegenüber durch den Schrank; dieser macht sowieso neben dem leider viel zu wenig genutzten Gary Daniels die beste Figur.

Die Berg - und Talfahrt in Seagal's Filmographie geht also weiter. Je nachdem, was man zuletzt begutachten durfte und wie man dazu steht, wird das Urteil hierbei ausfallen, nach Into the Sun und Hard to Fight / Clementine ist es schon wieder ein Film, den man ohne Beschwerden in einem Rutsch goutieren kann und hier und da sogar mal zum Rückspulen verleitet wird. Der sentimentale Quatsch und die Verklärungsversuche um den breithüftigen Recken sind hier verschwunden und wurden durch angenehmes Tempo und manchmal wörtlich treffender Action ersetzt, das Skript bleibt ein Stirnrunzeln wert und der Regisseur verdient auch nicht immer anerkennendes Schulterklopfen, besonders sein unpassender Spieltrieb - die ständigen Überblendeffekte vor allem - nervt des öfteren.

Mehr unterhaltsam als gut.

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