Mit "Submerged" will Steven Seagal (Nico) nochmal versuchen an alte Zeiten anzuknüpfen. Doch von seinen wenigen Glanzstücken wie "Zum Töten freigegeben" und den beiden "Under Siege"-Filmen ist dieser Streifen ein bisschen entfernt. Unter anderen Umständen, wäre aus "Submerged" noch ein Actioner der Güteklasse A geworden. So aber nicht!
Terroristen bedrohen mal wieder das Land. Durch Psychokontrolle benutzen sie Agenten und Soldaten als willenlose Mörder. Selbst der CIA ist machtlos. Die letzte Rettung: Chris Kody (Steven Seagal) - einer der absolut härtesten Söldner. So hart, dass ihn die US-Regierung nach seinem letzten Auftrag einlochen musste. Gelingt es dem unberechenbaren Kody und seinem Team (u.a. Vinnie Jones und Alison King), den Terror zu stoppen, winkt allen die Begnadigung durch den Präsidenten. Doch seine eigenwilligen Maßnahmen zwingen nicht nur Gangster in die Knie, sondern erschüttern den gesamten Sicherheitsapparat...
Man sieht Steven Seagal deutlich an, dass er nicht mehr in Form ist und bei einigen Set-Buffets zuviel war. Zwar kann Regisseur Anthony Hickox (Prinz Eisenherz) durch schnelle Schnitte seine mangelnden Fähigkeiten kaschieren, doch den absolut harten Krieger nimmt man Seagal trotzdem nicht mehr ab. Außer mit Messern und Händen rumfuchteln sowie ein bisschen in der Gegend rumballern, bringt er heutzutage nichts mehr Zustande. Sein Kollege Jean-Claude Van Damme (Harte Ziele) mag auch nicht mehr der Jüngste sein, doch würde er Seagal immer noch problemlos per 360°-Kick aus den Pantoffeln befördern. Somit war Seagal bezüglich des Hauptparts wohl die falsche Wahl. Immerhin erhält er mit Alison King (Shanghai Knights) und Christine Adams (Batman Begins) tatkräftige Frauenpower als Unterstützung. Erstere hat mir dann auch besser gefallen, da King eine knallharte Amazone im Lara Croft-Stil abgibt. Männliche Unterstützung in Form von Vinnie Jones (Passwort: Swordfish) sucht man aber auch nicht lange. Jones macht hier seine Sache gut, obwohl man sich fragen muss, warum der charismatische Brite sich von Hickox für diesen Streifen hat breitschlagen lassen. Die Hauptrolle wäre mindestens drin gewesen. In so einem Film dürfen aber auch nicht die bösen Halunken fehlen, die von Nick Brimble (Out of Reach), William Hope (Aliens) und Gary Daniels (City Hunter) gemimt werden, die allesamt einen passablen Job machen, aber wenig Eindruck hinterlassen.
In Sachen Action versteht Hickox sein Handwerk und serviert einem blutige Kopfschüsse und Körpertreffer sowie ein paar Zweikämpfe. Das sieht dann auch alles recht ordentlich in Szene gesetzt aus, doch sieht einiges zu sehr danach aus, als wenn Hickox einfach bei Kollegen wie Tony Scott und Michael Bay abgeschaut hätte. Solcher Stilklau ist an sich nicht wirklich schlimm, doch sollte man dann auch wissen, wie man die Stile richtig einsetzt. Und das weiß Hickox eben nicht. Immerhin stimmt hier die Musikuntermalung, die ziemlich gut rüber kommt. Ein Minuspunkt ist allerdings, die Tatsache, dass Hauptmime Seagal mehr labert als fightet. Mag er zwar nicht die Schnauze so großkotzig aufreißen wie in "Hard to Kill" oder "Deadley Revenge", so versprüht er dialogmäßig jedoch nur heiße Luft. Glücklicherweise können die Nebendarsteller da einiges wieder aufwerten, was Seagal hier kaputtquatscht. Was die Story angeht, macht der Film eigentlich wenig falsch, auch wenn einiges unlogisch und an den Haaren herbeigezogen sein mag. Dennoch weiß die Handlung einigermaßen zu unterhalten.
Ohne Seagals Teilnahme und besser eingesetzten Stilmitteln wäre aus "Submerged" noch ein besserer Actioner geworden. Eventuell hätte Hickox Leute wie Van Damme, Jason Statham (The Transporter), The Rock (Walking Tall) oder eben Vinnie Jones bezüglich der Hauptrolle fragen sollen.
"Submerged" kann durch solide Action punkten, obwohl man in diesjährigen Action-Highlights wie "Hostage" oder "Assault on Precinct 13" gezeigt bekommen hat, wie man Action noch effektiver und eindrucksvoller inszenieren kann. Denn die dortigen Actioneinsätze von Bruce Willis und Ethan Hawke lassen Seagal & Co. wie steinschleuderschwingende Lausbuben erscheinen. Die Nebendarsteller machen Seagals mangelhafte Leistungen wieder wett, doch können sie kaum den Gesamteindruck retten. Somit wieder eine von vielen verspielten Chancen für einen ordentlichen Action-Kracher.