Wieder mal bin ich in meiner Stammvideothek fast über eine dieser mittlerweile schon inflationär vorhandenen Steven Seagal DVDs neueren Datums gestolpert. Dieses Mal nennt sich der Streifen "Submerged" und bekam hier auch schon einige recht ordentliche Reviews. Eigentlich hat sich Seagal in den letzten Jahren zu einer echten Reizfigur für mich entwickelt. Ein grottiger Film jagte den nächsten und der "Meister" zwar immer mittendrin aber meistens lustlos agierend, lahm und aufgedunsen. Also alles andere als gute Voraussetzungen dafür sich "Submerged" überhaupt anzusehen. Doch irgendwie habe ich gedacht, die Ofdb-ler werden sich schon nicht irren und vielleicht hat der alte Zopf Seagal ja doch noch die Kurve gekriegt. Deshalb griff ich einfach mal zu. Ausserdem ist man ja auch irgendwie Nostalgiker und denkt gerne an Filme wie "Alarmstufe Rot" und "Zum Töten freigegeben" zurück....
Handlungsmäßig dreht sich alles um einen irren Forscher, der mittels Gehirnwäsche Menschen zu von ihm manipulierten Attentätern usw. macht. Dieser Wissenschaftler arbeitet anfangs für einen Drogendealer. Nachdem seine "Zombies" die US-Botschafterin in Uruguay (Da soll der Film spielen. Sieht aber eher nach Europa aus, den Namen im Abspann nach sogar ziemlich sicher in Bulgarien) getötet haben, weil sie für ein schärferes Vorgehen gegen den Drogenhandel ist und ein Spezialeinsatzkommando beim Angriff auf den Drogenbaron scheiterte, wird tief in den Kellern der US-Army gegraben und man stößt auf Seagal. Er, wie immer irgendein Top-Soldat, der auf Grund der unmoralischen Politik nach einem Einsatz im Militärgefängnis gelandet ist, soll zusammen mit seinen ehemaligen Kameraden den Drogenboss ausschalten usw. usw.
Was soll man dazu sagen. Hier wird wieder mal sehr viel (für Seagal-Filme) typisches mit einer Prise an neuem (der verrückte Forscher) zusammengerührt und 88 Minuten bei kleiner Flamme gekocht. Heraus kommt dabei leider fast der gleiche Mist wie in den vorherigen Filmen. Die Handlung wäre eigentlich gar nicht mal so übel, speziell für einen Film dieser Art, doch gibt es einfach zu viele Komponenten, die einem echt den Spaß verderben.
Da wäre mal der "Star". Der ist älter geworden und hat augenscheinlich keinen Bock auf den ganzen Käse. Die restlichen Darsteller sind durchschnittlich bis miserabel, aber wegen denen schaut man sich den Streifen sowieso nicht an.
Die nötige Action ist zwar vorhanden, aber oftmals ohne Pepp inszeniert oder einfach nur unglaubwürdig wie die Szene, als die Truppe von Seagal gegen die Privatarmee des Drogenbosses inkl. Panzer antritt.
Das nicht gerade hohe Budget und die damit verbundenen miesen Effekte, die eingeschnittenen und nicht zum Rest des Filmes passenden Szenen und die Tatsache, daß ein Blinder mit dem Krückstock erkennen kann, daß der Film nicht in Südamerika gedreht wurde tun dann noch ihr übriges um sich über das zum Fenster hinausgeworfene Geld aufzuregen.
Zugegeben, hier hätte mit einem größeren Budget ein ganz ordentlicher Film entstehen können. Allerdings ohne Steven Seagal, denn was der hier ablieferte ist
kaum mehr erträglich. Wieso spielt der Kerl dann überhaupt mit, wenn er so offensichtlich keinen Bock hat?! Zuwenig Geld auf der hohen Kante? Spielschulden?
Sind die Preise für Haargel gestiegen? Keine Ahnung, aber er sollte sich und vor allem seinen gequälten Zuschauern endlich mal eine Drehpause gönnen. Aber was rede ich da, wahrscheinlich wird während ich hier schreibe schon das nächste Machwerk an die Videotheken ausgeliefert...
Fazit: Submerged - Five Points! Und die gibt es eigentlich bloß für das was aus dem Film hätte werden können, die paar Momente, die einen an bessere Filme erinnern, die Tatsache daß Seagal hier wenigstens auf seine affigen Klamotten (siehe Fire Down Below und Auf brennendem Eis) verzichtet hat und der Streifen wenigstens etwas unterhaltsam ist.