Sergeant Francis Li [ Chow Yun Fat ] ist mehr Maulheld als richtiger Cop, als Verstärkung wird ihm der impulsive Michael Tso [ Conan Lee ] zugeteilt. Als die Leiche des toten Thai gefunden und mit einem Drogenhändlerring in Verbindung gebracht wird, stossen sie auf die unschuldig hineingezogene Marydonna [ Nina Li Chi ], die für ihren flüchtenden Bruder Ping [ Phillip Ko ] eine Lieferung übernehmen soll...
Obwohl sehr einfach gehalten und als reine Actionkömodie bar jeder Innovation konzipiert ist Tiger on the Beat ein verdienter Klassiker des 80er Jahre HK Kinos, der seinem Star Chow Yun Fat mit einem Einspiel von 27.8 M. HK$ einen weiteren Kassenhit in Folge brachte und auch dem Schaffen Conan Lee’s den Status "Eintagsfliege“ zumindest für einige Zeit wegnahm; dieser ist heutzutage allerdings trotzdem nur wegen diesem Werk und natürlich Ninja in the Dragon's Den bekannt, auch zu Recht.
Der Übergang vom traditionellen Martial Arts Film hin zu einem bleihaltigen Modern Day Flick scheint Regisseur Lau Kar Leung hierbei genauso leicht zu fallen wie z.b. seinem Kollegen Yuen Woo Ping; Lau blieb allerdings nicht lange bei derartigen Werken, sondern schränkte seine Tätigkeit als Filmemacher allgemein weiterhin stark ein. Eine wirkliche Handschrift ist hierbei allerdings auch nicht zu erkennen, der Film bewegt sich genretypisch schnell und ohne Feinschliff strikt vorwärts, die wenigen Ruhepausen werden zumeist mit Kalauern aufgefüllt.
Dabei wird auch bei den anfänglichen Actionszenen eine witzige Note nicht vergessen; erst später wird es derber und teilweise auch recht deftig gewalttätig, nicht nur die blutigen Einschusslöcher häufen sich.
Dieser Unschwung zur Ernsthaftigkeit hin wird zwar anfangs schon angedeutet, wirkt dann aber trotzdem etwas ungewohnt und teilweise auch unpassend; spätestens wenn Sprücheklopfer und Charmebolzen Li Marydonna durch seine Wohnung prügelt – wenn auch zu guten Zwecken: die Verhältnismässigkeit stimmt dabei nicht mehr – kommt leichtes Unverständnis auf.
Gelungener wird die Abmischung aus Fights, Shootouts und Verfolgungsjagden in die Handlung integriert, ohne Überhand zu nehmen oder erzwungen zu erscheinen; die Choreographie von Lau selber wirkt aber besonders bei den kampftechnischen Einlagen von Conan Lee einen Tick langsamer als gewohnt. Das macht sicht vor allem bei der bruchreifen Aktion in der Umkleide bemerkbar, die bei anderen Vertretern der Zunft sicherlich etwas rasanter und flüssiger gestaltet worden wäre. Trotzdem wird eine effektive Wirksamkeit erreicht, man erhöht einfach die Anzahl der Glasstunts.
Ganz ohne Manko ist allerdings der mittlerweile berühmt – berüchtigte Showdown; abseits davon, dass CYF hier seine Kunststückchen mit der Pumpgun abzieht: Das Kettensägenduell zwischen Lee und Gordon Liu bleibt atemberaubend und hat verdientermassen seinen Platz in der Actiongeschichte sicher.
Optisch und auch akustisch steckt der Film noch in den tiefsten 80ern: Schlechte Frisuren, bunte Klamotten, viele schlechte Gwailos, Aerobic und ein furchtbares Intro geben die Atmosphäre vor.
Eine bessere Ausbalancierung der Stimmungen sowie der Verzicht auf die misogynen Tendenzen wäre wünschenswert gewesen, ansonsten macht der Film im Subgenre des Buddy – Picture einen relativ guten Stand, ohne aber ganz in den vorderen Bereich vorzustossen.
Die Fortsetzung wechselt Chow mit Danny Lee aus und schneidet nicht nur deswegen schlechter ab.