Review

Sehr, sehr unspektakulär und very Independent-like was uns der gute David Cronenberg hier vorsetzt, aber genau deshalb auch schon wieder sehr, sehr sehenswert – da weitab von jeglichem Mainstream-Gesülze angesiedelt. Erinnert alles doch auch ein wenig an ein etwas aufgeblähtes Kammerspiel, da ein Großteil der Szenen in oftmals düster belichteten Räumen spielt und Außenaufnahmen nicht allzu oft vorkommen. Cronenberg’s Vorliebe bzw. Hang zur dargestellten Gewalt beschränkt sich hier auf drei kernige Szenen bei denen Handfeuerwaffen bzw. Kopfschüsse knochentrocken für Heiterkeit und gute Laune beim Publikum sorgen dürften. Nett vor allem die Abgänge von Carl Fogarty (toll gespielt von Ed Harris!) und Richie Cusack (William Hurt kann halt alles spielen, gelle !) – wobei der Himmelsflug für Harris viel zu früh kam … seine Narbenfresse und geniales Acting sind ein wahrer Augenschmaus! Wer also über Kindermord, Notwehrkilling und Brudermord informiert sein möchte und zwischendurch eine ziemlich holprige Treppen-Fick-Szene (inklusive blanken Arschbäckchen von Viggo M.!) in Kauf nimmt, der wird sicher gut unterhalten werden. Ja doch ein gutes B-Filmchen für bierselige Unterhaltung mit guten Freunden … ja dass bliebe wohl übrig wären da nicht überdurchschnittliche schauspielerische Leistungen von fast allen Akteuren zu bewundern und auch der sehr gute Score der an vielen Stellen sehr atmosphärisch und passend ist – trägt zu einer absoluten Aufwertung des Filmes bei. Und das Cronenberg ordentlich Regie führen kann, muss ja wohl kaum noch erwähnt werden … dennoch so ganz können die knapp 100 Minuten nicht überzeugen und hauptsächlich liegt dass wohl daran dass man sich mit den dargestellten Charaktere nicht wirklich identifizieren kann oder liegt es auch nur an der unterirdisch schlechten Frisur vom Mortensen … macht euch ein eigenes Bild und geht in das nächste Lichtspielhaus eures Vertrauens … besser als 80 Prozent der ausgebluteten Hollywood-Gülle ist AHOV allemal !

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