Review

Cronenberg steht für Verwirrung, Ekel, Gewalt und intelligenter Story, also konnte ich mich auf einen recht intensiven Kinoabend einstellen. Also mit der Karre kurzerhand ins Kino meines Vertrauens und ab auf den Sitz! Der Sitz war allerdings auch schon bequemer als heute...

Tom Stall lebt schon lange im kleinen, idyllischen Ort Millbrook/Indiana. Als Inhaber eines kleinen Restaurants verdient er sich seinen bescheidenen Lebensunterhalt, der in einer solchen Miniaturkleinstadt durchaus zufriedenstellen kann. Als Vater von zwei Kindern und treuer Ehemann geniesst er sein Bilderbuchleben in vollen Zügen, alles scheint in Ordnung.
Eines Tages wird sein Restaurant von zwei Ganoven heimgesucht, die sofort die Gäste der kleinen Spunte an Leib und Leben bedrohen. Stall fasst sich ein Herz und erledigt kurzerhand die beiden ungebetenen Gäste - fortan ist er der Star des kleinen Vorortes. Dass diese Heldentaten auch in den Medien hochgehieft werden ist klar, dass allerdings ehemalige Gangsterkumpels von Tom Stall diese Nachrichten auch sehen, war nicht geplant.
Sie suchen ihn, sie suchen Joey Cusack. Ja, wie jetzt? Ist Tom Stall nicht Tom Stall, sondern doch vielleicht Joey Cusack? Wer hat recht, die Gangster, oder Tom - beziehungsweise Joey? Ein verwirrendes Spiel beginnt...

Ich weiss nicht so recht, mein Fall war dieser Streifen für einmal nicht vollends! Klar, der Storyaufbau ist recht solide, die Atmosphäre durchaus bedrohend - so richtig schön Cronenberg-Like halt. Doch einiges hat mir hier doch nicht gepasst.

Viel zu viel dieses Filmes wird auf Zufällen aufgebaut. Zufällig gehen zwei Ganoven genau in das Restaurant in dem zufällig unser Anti-Held wartet. Zufällig sehen die anderen Gangster seine Rettungsaktion im Fernseher. Dann schnappen sie sich zufällig seinen Sohn, der Zufällig gerade in ihre Richtung lief.
Natürlich kann man diese Zufälle mit der Aussage entschuldigen, dass Zufälle das Leben bestimmen und irgendwann immer die Wahrheit ans Tageslicht kommt. Für mich war dies allerdings hier dann doch eher fehl am Platz.

Auch konnte mich Viggo Mortensen nicht besonders überzeugen. Seine Schauspielerische Leistung würde ich jetzt mal als Durchschnittlich abstempeln, er konnte mir den psychisch leicht labilen Eindruck seines Charakters nicht übermitteln.

Alles in Allem würd ich "A History of Violence" als guten Durchschnitt bezeichnen - Überwältigendes blieb mir leider enthalten. Also bleibt mir nur zu hoffen, Cronenberg das nächste Mal doch wieder in einer verrückteren Story treffen zu dürfen.

6/10

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