Da dreht Cronenberg einen Film über den vielleicht dümmsten und naivsten Ex-Killer und stellt sich damit selber ein Bein. Es geht ziemlich gemächlich los und wird dann eigentlich von Minute zu Minute spannender, als würde er auf irgendwas hinarbeiten, den AHA Effekt. Zwar ist das erste "Geheimnis" schon nach ca. der Hälfte des FIlmes gelöst, aber die Handlungsstränge ergeben irgendwie wenig Sinn. Schauspielerisch überzeugen kann mich allein nur Ed Harris, Mortensen ist weit von seiner Hidalgo/HdR Leistung entfernt. Kaum Musik im Hintergrund, ist oft nur Stille zu hören, dann wirds kurzzeitig sehr hart, brutal, blutig und schnell. Dann gibts noch den kurzen Nebenstrang mit seinem Sohn, der aber überhaupt nix zur eigentlichen Story beiträgt. Viele Logikfehler, viele Fragen werden aufgeworfen und nicht wirklich beantwortet. Naiv ist der Charakter, weil er tatsächlich dachte, man könne sein Killerprofil einfach so verdrängen und ist raus aus der Sache (realistischer wäre es gewesen, hätte er durch einen Unfall sein Gedächtnis verloren). Sobald er in die Zeitung kam musste er damit rechnen, dass es auffliegt. Verhält sich völlig falsch. Auch das "Finale" kommt überraschend aus dem Nichts und das Ende bleibt noch offen. Glaube zwar nicht an eine Fortsetzung, aber es bleibt viel ungeklärt. Paar harte Gewalt- und Sexszenen sind zwar teils nett anzuschauen, wirken aber befremdlich und tragen wenig bei. Es ist menschlich einfach viel zu oberflächlich ausgefallen, als dass man mit irgendwem Mitleid haben kann oder sich in die Lage zu versetzen. Es ist irgendwo eine Art Revenge Movie ohne richtiges Motiv. Die Spannung, die sich im Laufe ein bisschen rauskristalisiert, wird nicht positiv aufgelöst. Mehr als 4 Punkte kann ich da nicht geben, Cronenberg hin oder her, die gut choreographierten Kämpfe heben es etwas an. Langweilig ist der Film nicht (trotz der wenigen Action), aber er wirkt unvollständig.