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Tom Statts ist ein Durchschnittstyp, wie er im Buche steht: Er ist durchschnittlich groß, durchschnittlich attraktiv, hat eine durchschnittliche Frau und zwei 08/15-Kinder und lebt ein nichts sagendes Spießerleben in einer verschlafenen US-Standard-Kleinstadt. Für die einen, der Himmel, für die andern, die Hölle, aber egal.
Tom avanciert aber praktisch über Nacht zum Lokalmatador, als er auf überaus spektakuläre Weise zwei gesuchten Verbrechern, die gerne seinen Laden überfallen hätten, im Alleingang das Handwerk legt.
Kurze Zeit darauf bekommt Tom aber erneut Besuch. Dieses mal von ein paar Herren in Schwarz (PS: nicht das FBI…), die ihn im Fernsehen gesehen haben und meinen, in ihm eine ehemalige Gangster-Koryphäe erkannt zu haben.
Tom bestreitet die Verdächtigungen vehement, doch die Killer lassen nicht locker…

Jaja, der gute Herr Cronenberg ist normalerweise schon wirklich nicht jedermanns Sache. Mit A HISTORY OF VIOLENCE liefert er aber weder realitätsfremden Hirnkasper á la „eXistenZ“, noch ekeligen Bizarro-Horror á la „Die Fliege“ oder „Scanners“,
sondern einen ungewohnt gediegenen und größtenteils sogar recht gesellschaftsfähigen Kleinstadt-Thriller ab.
Cronenbergs Vorhaben, erst eine Popcorn-Kino-Idylle aufzubauen und diese dann mit dem Dampfhammer namens Realität zum Einsturz zu bringen, geht zweifelsfrei auf, ist jetzt aber auch nicht unbedingt die Erfindung der Glühbirne (siehe z.B. Lynchs „Blue Velvet“ mit dem obszönen, die Seifenblase zerplatzen lassenden Hopper).
Trotzdem unterhält der Film von Anfang bis Ende, zumal man als Zuschauer wegen Toms Identität auch lange im Dunkeln tappen muss. Die Highlights des Films sind aber ganz klar seine wenigen blutigen Momente, die dann aber schon richtig derb exzessiv und rot ausfallen.

Fazit daher:
Story okay, obwohl der Kitsch des „Heile Welt“-Parts fast schon nervige Ausmaße annimmt.
In erster Linie aber ein dezentes Blutbad für die breite Masse.
Trotzdem sehr sehenswert! In Punkto Spannung fehlt sich hier nämlich nix…

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